Ansturm auf Kuchener Platz
Oberes Filstal. 2009 sind auf den Sammelplätzen des Landkreises in Kuchen, Deggingen und Bad Ditzenbach 3250 Tonnen "Grüngut" angeliefert worden. Daraus wird bester Kompost hergestellt, der kostenlos abgegeben wird.
Die stellvertretende Leiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) im Landratsamt Göppingen, Brigitte Schmidt, ist ganz happy, wenn die Rede auf die Grünmassesammelstellen des Landkreises in Kuchen, Deggingen und Bad Ditzenbach-Gosbach kommt. "Das ist eine tolle Sache", sagt sie, "das ist was anderes als die bisherigen sich selbst überlassenen Grüngutplätze in den einzelnen Gemeinden." Im vergangenen Jahr seien auf den drei Plätzen 3250 Tonnen Grüngut angeliefert worden. Diese Zahl sei vom Betreiber der Kompostplätze, der Agrar Gerätevermietungs AG in Langenau, durch Wiegen bei der Verarbeitung ermittelt worden.
Erst vor wenigen Wochen hat der AWB die Anlieferungszeiten in Kuchen verlängert (wir berichteten), weil der Platz am Wochenende immer einen Riesenzulauf hatte. Überspitzt könnte man sagen, dass am Freitagnachmittag und am Samstag auf der Zufahrt zum Gewerbegebiet "Espan", in dem sich der Grüngutplatz befindet, mehr Verkehr herrschte als auf der B 10. Anneliese und Hans Sihler sowie Günter Schmidt, die den Platz betreuen, sagen übereinstimmend, dass an Samstagen meist bis zu 600 Fahrzeuge zum Grüngutplatz kommen. "Unsere Aufgabe ist es, bei der Anlieferung darauf zu achten, dass die Säcke und Behältnisse ausgeleert werden und sich darin keine Hausabfälle, Stallmist, Betonbrocken oder ähnliches befinden", erklärt Anneliese Sihler. Sie, ihr Mann und Günter Schmidt meinen, dass sich das Umweltbewusstsein der Bürger sehr zum Positiven verändert hat und, was den Kuchener Platz angeht, zu 99 Prozent anständige Anlieferer hierherkommen.
Nicht ganz so hektisch wie in Kuchen geht"s auf dem Degginger Grüngutplatz nahe der Kläranlage zu. Daniela Bock, die zusammen mit ihrem Mann diesen Platz betreut, sagt, dass die Anlieferungstage ausreichen. Wie viel hereinkomme, hänge allerdings auch stark vom Wetter ab, an Regentagen würden um die 70 Tonnen, an trockenen Tagen rund 120 Tonnen angeliefert. Auch sie meint, dass das Umweltbewusstsein "brutal" gewachsen sei und nur ganz selten Anlieferer abgewiesen werden müssten, weil sie Hasenstreu, Erdaushub oder Asche brachten. Solche Fälle würden auf die Deponie in Salach verwiesen, bei der diese Dinge gegen Bezahlung abgeliefert werden dürfen. Werde jemand abgewiesen, müssten sie die Autonummer aufschreiben. Bei drei Verstößen erfolge ein Hinweis an die Betreiberfirma in Langenau.
In Bad Ditzenbach-Gosbach befindet sich hoch oben im Wald im Gewann "Krähensteig" die dritte Grünmassesammelstelle im oberen Filstal. Sie wird von Andreas Matheis und Paul Stehle betreut. Die Anlieferfrequenz am Samstag ist deutlich geringer als in Kuchen - hier werden rund 100 Autos gezählt.
Das Grüngut von allen drei Plätzen wird je nach Bedarf gehäckselt und dann für zwei bis drei Monate liegen gelassen. Danach wird das Ganze nochmals gehäckselt und nochmals für mindestens zwei Monate ruhen gelassen, bis Kompost daraus geworden ist. Dieser wird dann gesiebt und zur kostenlosen Mitnahme bereitgestellt. Brigitte Schmidt vom AWB: "Der Kompost hat eine hervorragende Qualität. Er wird regelmäßig von einem Tübinger Institut untersucht und analysiert."
Neben Privatleuten, die ihr Grünzeug kostenlos abgeben dürfen, können auch Gewerbetreibende ihr "Grüngut" bringen - vorausgesetzt, sie können bei der Anlieferung sogenannte Kontingente vorweisen. Diese "Kontingente" gibt es für zehn Euro pro Kubikmeter beim ABW. Laut Brigitte Schmidt sind in diesem Jahr 270 Kontingente verkauft worden.
Info Öffnungszeiten der Plätze:
Kuchen: Dienstag und Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 18 Uhr.
Deggingen: Mittwoch und Freitag 14 bis 18 Uhr, Samstag 13 bis 18 Uhr
Gosbach: Montag, Donnerstag 14 bis 18 Uhr, Samstag 13 bis 18 Uhr.
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Autor: BERNWARD KEHLE | 02.09.2010
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Vor allem der kreiseigene Grüngutsammelplatz am Rande des Kuchener Gewerbegebiets Espan (unser Bild) ist stark frequentiert. An Samstagen kommen hier bis zu 600 Fahrzeuge. Foto: Bernward Kehle
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