2011: Wärme-Rekord

Nie zuvor war in der 45-jährigen Statistik der Wetterwarte Stötten ein Jahr so warm, wie das vergangene. Die Durchschnittstemperatur lag bei 8,6 Grad - und damit um 1,8 Grad überm Mittelwert.

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Dass uns 2011 das wärmste Jahr blühen sollte, konnte diese junge Dame im Frühjahr nicht ahnen. Foto: Archiv/Carlucci

Gefühlsmäßig wars alles andere als ein super Sommer: Keine lang anhaltende Hitzeperiode, keine sensationellen Höchstwerte. Stattdessen unbeständige Wetterlagen und verregnete Feste. Die Freibäder waren von Besucherrekorden weit entfernt.

Und nun dies: Rein rechnerisch wars das wärmste Jahr in der Geschichte der Wetterwarte Stötten. In ihrer Bilanz, so scheint es, schlägt sich die Klimaerwärmung nieder. Seit Mitte der 90er Jahre häufen sich die Wärmerekorde - bezogen auf die durchschnittlichen Temperaturwerte. Überm Durchschnitt lagen die Jahre 1994, 2000 und 2003 mit einem errechneten Mittel von jeweils 8,5 Grad. Der langjährige Vergleichswert beläuft sich auf 6,8 Grad. Zum Vergleich: Das kälteste Jahr in der Stöttener Statistik war 1956, als sich die Werte nur auf 5,3 Grad summierten.

Den diesmal gemessenen Temperaturen entsprechend, war natürlich auch die Sonne - allen Unkenrufen zum Trotz - länger zu sehen, als es der Mittelwert erwarten ließe: Sie brachte es in Stötten auf 1948,6 Stunden - das sind neun Prozent mehr, als im langjährigen Durchschnitt (1766 Stunden). Damit reiht sich das Jahr 2011 auf den achten Platz der 1946 begonnenen Statistik ein. Am wenigsten Sonne, nämlich 1367,5 Stunden, gabs bisher 1965, die meiste mit 2069,9 Stunden anno 2003, das bisher zu den drei wärmsten gezählt hatte.

Angesichts von Temperatur und Sonne verwundert es nicht, dass das abgelaufene Jahr zu den trockeneren in der Stationsgeschichte zählt. Mit 945,6 Litern Wasser pro Quadratmetern sind nur 89 Prozent des langjährigen Solls gefallen. Die Bandbreite reicht in der Statistik von 1434,2 Litern im Jahr 2002 bis nur 735 Liter im heißen Jahr 2003.

Der Neuschneezuwachs zwischen Januar und Dezember (also nicht im Winterhalbjahr) betrug lediglich 68 Zentimeter. Schneeärmestes Jahr war 1990 mit mickrigen 17 Zentimetern, schneereichstes hingegen 1987 mit 335 Zentimetern.

Josef Oswald, Leiter der Stöttener Wetterwarte, hat gestern aber noch mehr aufgelistet: Das vergangene Jahr bescherte 17 sogenannte Sommertage (Maximum über 25 Grad) und sogar drei sogenannte heiße Tage (Maximum über 30 Grad).

An nahezu jedem dritten Tag - nämlich an 118 - gabs Bodenfrost. An 92 Tagen sank die Temperatur in der normalen Messhöhe unter den Gefrierpunkt; an 35 Tagen blieb der Wert sogar ganztägig im Minusbereich (sogenannte Eistage).

Heißester Tag des Jahres war der 26. August mit 30,9 Grad. Die tiefste Temperatur datiert vom 4. Januar mit minus 12,4 Grad. In der Nacht zuvor wars direkt am Erdboden mit minus 18,8 Grad am kältesten gewesen. Die meisten Sonnenschein gabs eine Woche nach der Sommersonnenwende - am 27. Juni mit 15 Stunden. An 54 Tagen war der Himmel hingegen ganztägig bewölkt. 49 Tage galten als heiter, 128 als trübe und an 160 Tagen verzeichneten die Wetterbeobachter auf Stöttens Anhöhe Nebel.

Am kräftigsten gekübelt hats am 19. Juli mit 32,6 Litern pro Quadratmeter. 140 Tage blieben ohne Niederschlag, an 19 hats geschneit, an 31 war fester und flüssiger Niederschlag vermischt. An 45 Tagen lag eine Schneedecke. Am kräftigsten hat der Wind am 22. Juni geblasen: Da gab es eine Böe mit knapp 130 km/h.

An 71 Tagen wurde Windstärke 6 und mehr erreicht; an sechs sogar 8 und drüber. Es gab 92 Tage mit Tau, 45 mit Reif und 51 mit Raureif. Außerdem wurden in Stötten 35 Gewitter verzeichnet und immerhin 178 Tage mit einer Sicht von über 70 Kilometern; 21mal sah man sogar die Alpen.

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