Turbulenzen zwischen Raum und Natur

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    Stefan Renner, Ausstellungsleiter des Kunst- und Geschichtsvereins, spricht zur Eröffnung der Ausstellung „Silent Karacho“ am Sonntag in der Städtischen Galerie im Alten Bau in Geislingen. Foto: 
  • Jana Mertens, eine der beiden ausstellenden Künstlerinnen,  im Gespräch mit einem Vernissage-Besucher. 2/2
    Jana Mertens, eine der beiden ausstellenden Künstlerinnen,  im Gespräch mit einem Vernissage-Besucher. Foto: 
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Silent Karacho Schon der Titel der Ausstellung vereint Gegensätze, zwingt sie sprachlich zueinander, Ruhe und Rasanz, Lautlosigkeit und Lärm, Englischsprachiges und deutsche Umgangssprache. Mit Blick auf diesen Aspekt der gestern in der Galerie im Alten Bau in Geislingen eröffneten Gemeinschaftsausstellung von Donata Hilger und Jana Mertens leitet Stefan Renner, Ausstellungsleiter des Kunst- und Geschichtsvereins, in seine Vernissage-Rede ein.

Konträr seien auch Herangehens- und Ausdrucksweise beider Künstlerinnen. Kontrastreich das Treiben der Bildelemente im Werk beider. Und es gäbe Gemeinsamkeiten: Die Hinwendung zur Farbe in ihrer Malerei. Und ihr Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle: Einmal im Jahr stellen Studenten, Professoren oder Absolventen der Kunsthochschule ihr Werk in Geislingen aus, eine Reihe, die durch die Zusammenarbeit mit Professor Ulrich Klieber zustande kam.

Die Arbeiten der beiden Künstlerinnen hängen nicht getrennt, sondern bunt durchgemischt im Ausstellungsraum des Alten Baus. Donata Hilgers Arbeiten zeigen – gerahmt und auf Papier –  Stillleben, Innensichten, Räume, Begrenzungen in Form von Fenster- oder Türrahmen, Koffer, Möbel, Vorhänge. Dabei werde, sagt Stefan Renner, das innenräumliche Szenario ähnlich wie Landschaften aufgefasst.

Die Serie entstand während eines Stipendiums in Budapest, in der die Künstlerin viel herumreiste. Stefan Renner spricht von „der Magie des Alltäglichen“, einem Zwischenbereich von Raum und Natur. Es gehe ihr um ein Wechselspiel von räumlicher Illusion und Fläche. Und um deren Brüche.

Jana Mertens zeigt, großformatig, ungerahmt auf Leinwand –  Berge. Grün-Türkis in etlichen Abstufungen ziehen sich durch und dominieren ihre Arbeiten. Oft kombiniert sie Verwaschenes und Kantiges in einer Arbeit. „Scharmützel“ nennt sie etwa eine ihrer Arbeiten,  lässt Scharfkantiges, flugzeugartige Umrisse vom Himmel fallen. Da ist es, das Karacho, die Dynamik, das Kraftvolle, auch Brutale.  „So prallt in ihren Bildern Gefundenes, Erfundenes, Bekanntes bewegt aufeinander. Es entstehen turbulente Ereignislandschaften, Transformationen zwischen Zerstörung und Neuschöpfung.“ Das Collageartige in Mertens Bildern zieht sich manchmal bis in die Titel, die sie aus mehreren Worten zu einem Neuerschaffenen zusammensetzt. FlyingKletterbuildings oder Bergladscape.

Zwei Positionen tummelten sich also unter dem Titel Silent Karacho, fasst Stefan Renner zusammen. Die eine führe durch eine Auseinandersetzung mit der sichtbaren Welt zu meditativ wirkenden Innenraumbildern. In der anderen werden bekannte Versatzstücke aus der äußeren Welt in einen „bewegt bildnerischen Tanz“ gezwungen.

Info Ausstellungsdauer: bis 8. Oktober; Öffnungszeiten: Di bis So von 14 bis 17 Uhr

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