Neue Ausstellung im Alten Bau zeigt Vögel in ihrer Lebenswelt

Die Museen im Alten Bau haben Zuwachs bekommen. Am Freitag wurde in Geislingen die neue Museumsabteilung „Unsere Vogelwelt“ eröffnet.

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  • Die Vitrinen der Vogelausstellung sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Sie zeigen die unterschiedlichen Lebensräume der heimischen Vogelarten. Für die Ausstattung mussten ganze Baumstämme in den Alten Bau gehievt werden. 1/2
    Die Vitrinen der Vogelausstellung sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Sie zeigen die unterschiedlichen Lebensräume der heimischen Vogelarten. Für die Ausstattung mussten ganze Baumstämme in den Alten Bau gehievt werden. Foto: 
  • Dieter Rockenbauch ist Initiator der Vogelausstellung im Alten Bau. 2/2
    Dieter Rockenbauch ist Initiator der Vogelausstellung im Alten Bau. Foto: 
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Drangvolle Enge herrschte am Freitag im dritten Obergeschoss des Alten Baus, als die neue ständige Ausstellung „Unsere Vogelwelt“ eröffnet wurde. Initiator und Gestalter der Ausstellung ist der auch über die Region hinaus bekannte renommierte Vogelschützer und Ornithologe Dieter Rockenbauch aus Weiler. Er stellte den größten Teil seiner privaten Sammlung an Vogelpräparaten dem Kunst- und Geschichtsverein zur Verfügung.

Oberbürgermeister Frank Dehmer gab in seiner Begrüßung einen Überblick über die umfangreichen ehrenamtlichen Leistungen des 82-jährigen Rockenbauch, der sich maßgeblich im NABU engagierte. Rund 32.000 Vögel hat er in sechs Jahrzehnten Tätigkeit als Vogelschützer beringt, davon 11.000 Greifvögel, die er zu seinem Schwerpunkt machte. „Ich glaube, Sie kennen jeden einzelnen Vogel in unserer Region persönlich“, meinte Dehmer. Er wies außerdem auf die umfangreiche publizistische Tätigkeit Rockenbauchs hin, die sich in rund 600 Vorträgen, Aufsätzen, Büchern und Artikeln niederschlägt. Frank Dehmer würdigte auch, wie aufwendig und gelungen das Thema in der Ausstellung dargestellt sei: „Die Vögel sind nicht einfach in Regalen abgestellt, sondern werden in ihrer jeweiligen Lebensumwelt gezeigt.“ Er dankte Rockenbauch und auch dem Kunst- und Geschichtsverein, der Bürgerstiftung, weiteren Sponsoren und Museumsleiter Hartmut Gruber für ihr Engagement.

Karin Eckert, die stellvertretende Vorsitzende des Kunst- und Geschichtsvereins, sagte: „Der Verein freut sich über die Ausstellung, die das Spektrum der Museen im Alten Bau um einen interessanten Mosaikstein erweitert.“ Wie sie bekannte, hinterließ eine Ausstellung Rockenbauchs, die sie in ihrer Eigenschaft als Gemeinderätin vor 15 Jahren in Jebenhausen besichtigen durfte, bei ihr einen nachhaltigen tiefen Eindruck.

Museumsleiter Hartmut Gruber gab einen Überblick über den Werdegang der Ausstellung, deren Ursprung er auf die Filsausstellung im Jahr 2011 zurückführte. Ein von Rockenbauch gestaltetes großes Diorama zur Vogelwelt an der Fils bildete damals einen viel beachteten Höhepunkt. „Dies gab den Anstoß zur Ausstellung“, so Gruber. Erste Überlegungen zu einer Erweiterung des Museums stellte man allerdings schon 2007 an. Als alles mit dem Landesdenkmalamt geklärt war, räumte man zehn Wochen lang das Magazinlager im dritten Obergeschoss des Alten Baus aus und richtete das vierte Geschoss als Lager ein. 2014 waren die Museumsräume im Rohbau fertig, ab März 2015 plante man den Aufbau der Vitrinen. Dann konnte man an die praktische Umsetzung gehen. Schwierige Transporte waren zu bewältigen, mussten doch ganze Baumstämme und Buschwerk hochgehievt werden, um die Lebenswelten der Vögel so realistisch wie möglich zu gestalten. Gruber dankte den zahlreichen beteiligten Handwerksfirmen und auch Dieter Rockenbauch und seiner Frau.

Rockenbauch konnte unter den Gästen auch den früheren Leiter des Naturkundemuseums in Stuttgart, Professor Claus König, begrüßen, der mit  ihm zusammen die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz mitbegründete. In seinen Dank bezog Rochenbau ausdrücklich seine Frau ein, die ihm bei der Vorbereitung der Ausstellung eine wichtige Stütze war.

Über 250 Präparate

Für die Ausstellung stellte der Weilerner Ornithologe 250 Präparate zur Verfügung. Es handelt sich um Vögel, die verletzt in der überregionalen NABU-Pflegestation abgegeben wurden, die aber die Tierärzte nicht mehr retten konnten. „Bei der Anfertigung der Präparate wurden alle erforderlichen staatlichen Genehmigungen eingeholt“, versicherte er. Zu Hause habe er noch etwa 60 weitere Präparate, für die aber der Platz nicht mehr reichte. „Ziel der Ausstellung ist es durchaus, etwas zu lernen“,  fuhr er fort. „Die Besucher sollen Zusammenhänge im Naturhaushalt kennenlernen. Und wenn manchem auch möglicherweise nicht ein Licht aufgeht, so doch vielleicht der Mund.“ Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Julian Garhöfer (Posaune) und Clemens Garmatter (Trompete).

Die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Vitrinen mit Landschaftspanoramen versetzen den Besucher in die verschiedenen Lebenswelten wie Teich, Wald, Garten, Strand oder Feld. Wie man erfährt, gibt es im Kreis Göppingen 270 Vogelarten. Die Präparate reichen von großen Greifvögeln wie Uhu oder Habicht bis hin zu den winzigen Sommergoldhähnchen oder dem Zilpzalp. Texttafeln klären über ökologische Zusammenhänge sowie  Ernährung und Zugverhalten der Vögel auf.  Die Dauerausstellung „Unsere Vogelwelt“ ist eine wertvolle Bereicherung der Museen im Alten Bau.

Info Die Ausstellung ist von Ende April bis Anfang November täglich außer montags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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