Am Ende wurde es hitzig

Um Jugendliche politisch zu bilden, hat der Jugendgemeinderat am Samstag eine Wahlstraße organisiert. Lange blieb es ruhig, doch dann kam es im Kapellmühlsaal zum Streit.

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Der Jugendgemeinderat hatte die Wahlstraße organisiert, um Jugendliche politisch weiterzubilden. Es kamen allerdings nur sehr wenige in die Fußgängerzone.  Foto: 

So ruhig es am Samstag bei der Wahlstraße zuging, so hitzig war die Diskussion am Abend im Kapellmühlsaal. Die Moderatoren Victoria Kutek vom Jugendgemeinderat und Ex-Stadtrat Roland Funk hatten nach dem Sinn einer Obergrenze in der Asylpolitik gefragt. Damit entfachten sie zwischen den Zuhörern sowie den Bundestagskandidaten aus dem Landkreis eine heftige Debatte.

Volker Münz (AfD) sprach sich für eine Obergrenze für Flüchtlinge aus und plädierte dafür, auf diese Weise die „Flüchtlingsfrage verantwortungsethisch zu lösen“. Hans-Peter Semmler (FDP) ging einen Schritt zurück, und trat ein für eine Obergrenze für Einwanderer, nicht aber für Flüchtlinge. Je länger die beiden stritten, desto höher schlugen die Emotionen. Auch Hermann Färber (CDU), Heike Baehrens (SPD), Dietrich Burchard (Grüne) und Konstantinos Katevas (Linke) mischten sich ein. Die Stimmung übertrug sich auf das Publikum. Viele erboste Zuhörer ließen die Kandidaten nicht mehr aussprechen. Färber wendete sich bestimmt an sie: „Sie müssen halt mal lernen zuzuhören, auch wenn Sie anderer Meinung sind als ich“, sagte er an die Zurufer gewandt.

Zuvor war die Diskussion im Kapellmühlsaal noch sehr ruhig verlaufen. Angefangen hatte alles mit einer Frage zum Thema Bafög, für dessen Erhöhung sich alle sechs Kandidaten aussprachen. Katevas, der selbst Student ist, witzelte, dass man Bafög nicht bewilligt bekomme, „wenn man einen Großonkel 14. Grades im Kongo hatte, der sich eine Blechhütte leisten konnte“. Semmler setzte sich für ein elternunabhängiges Bafög ein, denn „nicht jeder hat ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern“. Und Burchard kritisierte: „Ein sozialer Ausgleich entsteht nicht, wenn man mit der Gießkanne hergeht und jedem ein bisschen was abgibt.“ Studenten aus einkommensschwächeren Familien müssten eben ein bisschen mehr bekommen, sagte er. Darüber hinaus mahnte Baehrens an, dass Studiengebühren Familien mit schwachem Einkommen belasten.

In der zweiten Runde diskutierten die Kandidaten noch über Digitalisierung und über erneuerbare Energien.

Die Wahlstraße, die der Podiumsdiskussion voranging, war schlecht besucht. Ein Grund dafür könnte das Regenwetter gewesen sein, vermutet Sarah Buchwald. Die Geschäftsführerin des Jugendgemeinderats fand aber, dass die Veranstaltung gut organisiert war und viel dafür geworben wurde. „Natürlich werden wir uns nachbesprechen und überlegen, wie wir unsere politischen Veranstaltungen noch attraktiver für Jugendliche machen können“, sagte sie.

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