Kinder studieren die geheimnisvollen Jäger der Nacht

Acht Kinder plus Eltern begeben sich mit Expertin Christine Köpf auf die Pirsch nach Fledermäusen und werden fündig.

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Gebannt schauen Eltern und Kinder in den Nachthimmel: Kommt da eine Vogel geflogen? Nein, wenn der Ultraschall-Detektor klappert,  ist eine Fledermaus im Anflug.  Foto: 

Gemeinsam mit der ehrenamtlichen Fledermaus-Sachverständigen Christine Köpf gingen am  Freitagabend  18 Personen  in der Dämmerung auf die Pirsch, um Fledermäuse, die geheimnisvollen Jäger der Nacht, zu sehen und zu beobachten. Das Geislinger Haus der Familie hatte das ausgefallene Familien-Event organisiert. Christine Köpf führte die Teilnehmer des  Kurses dafür an die nahegelegene Eyb.

Dort verteilt sie Ultraschall-Detektoren an die Kinder. „Diese machen die Ultraschall-Laute für unsere Ohren hörbar“, erklärt sie. Tatsächlich: Gerade war es  noch  ausgesprochen leise zwischen den Bäumen an der Eyb, im nächsten Moment aber klingt es als ob eine Roulettekugel in ihrer Roulette-Schale klappert. „Hört ihr, da kommt eine“, sagt Köpf und dann ist am  dämmerblauen Abendhimmel der Umriss eines Vogels zu sehen. Nein, kein Vogel, eine Zwergfledermaus, erläutert die Expertin. Das erkenne sie an den 45 Kiloherz, die ihr Detektor anzeigt.

Sobald die Kinder erfasst haben, worauf sie achten müssen, entdecken sie immer weitere der fliegenden Säugetiere. „Ja, weil hier ganz viele Mücken und Insekten sind“, führt Köpf aus. Eine einzige Fledermaus fresse bis zu 4000 Mücken pro Nacht. Das sei ein Drittel bis die Hälfte des Körpergewichts: „Das Echo ihrer Ultraschalllaute zeigt ihnen die Entfernung und die Richtung ihres Beutetieres an.“

Nicht so leicht zu sehen, aber zu hören, sind die Wasserfledermäuse, die sich über der Wasseroberfläche der Eyb aufhalten und sich dort außer Insekten auch mal ein Fischchen greifen.

Ein Stück entfernt vom Fluss nehmen die Detektoren eine Zeitlang keine Tiere wahr. „Da! Da ist eine vorbeigeflogen“, behauptet Sophie, aber Konstantin, der einen der Detektoren in der Hand hält, widerspricht: „Nein, es klappert doch nicht.“ Plötzlich tauchen Umrisse auf, die Detektoren legen los. „Da, da“, rufen viele der kleinen Fledermaus-Jäger gleichzeitig und zeigen begeistert nach oben. Wegen der angezeigten 38 Kiloherz vermutet Christine Köpf, dass es sich dieses Mal um Breitflügelfledermäuse handelt. „Je größer die Arten sind, desto tiefer sind die Kiloherz-Zahlen. Bei Abendseglern sind es etwa 20 Kiloherz“, sagt sie.

Lieblingsspeise: Quetsch-Maden

Nach diesen Live-Erlebnissen kehren die Naturbeobachter zurück ins Haus der Familie in der Gutenbergstraße. Christine Köpf hat dort zwei Filme vorbereitet. Der erste 18-Minuten-Film von Josef  Pettinger zeigt sie selbst bei sich zu Hause, wo Köpf eine Pflege- und Aufzuchtstation für Fledermäuse betreibt. „Die Fledermausbabys sind nicht größer als ein Gummibärchen und passen in einen Fingerhut“, schildert Köpf im Film, in dem sie fünf Fledermaus-Babys mit Pipette und einer speziellen Milch säugt. Ab der dritten Woche füttert sie sie mit ausgequetschten Bienendrohnen-Maden. „Iiiieeh“, rufen einige der Kinder – ein Zeichen, dass die Fünf- bis Elfjährigen noch konzentriert bei der Sache sind und den Ausführungen im Film fasziniert folgen. „Das war richtig spannend“, meint der achtjährige Adrian am Ende von   mehr als eineinhalb beeindruckenden Stunden.

Info Ähnliche Veranstaltungen bietet das Haus der Familie mit „Naturerlebnis Vater-Kind ab fünf Jahren“ (21. April) und „Schnee-Action Vater-Kind“ am 13. Januar. Es gibt noch freie Plätze.

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