Schulunterricht: Eine Frage der Präferenzen

Wie läuft der Unterricht am HeGy in Geislingen, wie an der Waldorfschule in Heidenheim? Die Unterschiede sind groß, jeder muss für sich entscheiden, was er bevorzugt.

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Schule ist nicht gleich Schule, Unterricht nicht gleich Unterricht. Die GZ-Jugendredakteurinnen Pia Nägele und Franziska Braun vergleichen das Geislinger Helfenstein-Gymnasium und die Heidenheimer Waldorfschule.  Foto: 

Dass eine gute Bildung wichtig ist, ist unbestritten. Wie aber sollten Schüler unterrichtet werden? Die beiden GZ-Jugendredakteurinnen Pia Nägele und Franziska Braun haben ihre Schulen miteinander verglichen: das Geislinger Helfenstein-Gymnasium und die Freie Waldorfschule in Heidenheim.

Viele Eltern stellen sich die Frage, welche Schulart am besten ist für ihr Kind. Die Entscheidung kann schwierig sein. Während sich am Helfenstein-Gymnasium (HeGy) der Unterrichtsstoff von Stunde zu Stunde ändert, gibt es an der Freien Waldorfschule in Heidenheim außer dem normalen Unterricht den sogenannten Epochenunterricht.

Drei Wochen lang Tierkunde

Bei den Epochen sollen sich Schüler über drei Wochen intensiv mit einem Thema auseinandersetzen, wie zum Beispiel mit der Tier- und Pflanzenkunde. Jeder Schultag beginnt mit einer solchen Doppelstunde. Lehrer Joachim Burkhardt von der Freien Waldorfschule in Heidenheim überzeugt vor allem die klare Struktur der Epochenstunden. So beginnt der Unterricht mit einem Gedicht oder mit einem Morgenspruch. Es mache die Schüler fit für den Tag, wenn sie sich eigene Gedanken über den Sinn des Morgenspruchs machten. Anschließend wiederholen die Schüler den Stoff vom Vortag und betten ihn in Neues ein. So setzt sich jeder in der Klasse beispielsweise im Fach „Sozialgeografie“ mit bestimmten Statistiken auseinander und lernt am nächsten Tag, wo Statistiken allgemein noch gebraucht werden.

Blickt der 22-jährige Johannes Lang auf seine Schulzeit zurück, erinnert er sich vor allem an die Versuche und Experimente, die ihm den Unterrichtsstoff gut veranschaulicht hatten. „Ich fand den Epochenunterricht immer recht locker gestaltet“, sagt er. „Durch die Regelmäßigkeit ist man intensiver mit dem aktuellen Thema verbunden und kann sich den Stoff leichter merken.“

Was das Epochenheft beweist

Eine Besonderheit ist das Epochenheft, da nicht mit Büchern gearbeitet wird, sondern mit eigenen Heften. Der Schüler muss selbst entscheiden, was er aufschreibt – dadurch soll er lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

Kritik aus dem HeGy

Die lockere Unterrichtsgestaltung ist für Anke Sonntag ein Kritikpunkt. Die Beratungslehrerin des Geislinger Helfenstein-Gymnasiums befürchtet, dass manche Schüler eher andere für sich arbeiten lassen und sich in der offenen Form des Unterrichts „verstecken“.

Auch am Geislinger HeGy werde viel Wert auf Selbstständigkeit gelegt, betont Sonntag. In der Unterstufe lernen die Schüler zum Beispiel im Fach „Lernen lernen“ unterschiedliche Lernmethoden kennen.

Die Schüler bekommen viel vermittelt, was für sie später im Studium oder in der Ausbildung nützlich sein wird. Der Druck an Gymnasien sei schon hoch, doch eines von Sonntags Hauptargumenten ist, dass in der heutigen Gesellschaft enorme Leistung verlangt wird. Es sei also besser, die Schüler schon jetzt „auf die Leistungserwartungen vorzubereiten, wenn es noch auf eine freundliche Art und Weise möglich ist“.

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