Spielteich am Mühlkanal in Süßen wird kontrovers diskutiert

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Der Spielteich liegt zwischen Kultur- und Sporthalle und dem Mühlkanal, mit dem er über Zu- und Abläufe verbunden ist.  Foto: 

Ein Wasserspielbereich am Mühlkanal in Süßen soll künftig Besucher in die Außenanlagen der neuen Kultur- und Sporthalle locken und mit einem Spielteich auch Kindern eine Beschäftigung draußen in der Natur bieten. Der Mühlkanal sowie die Uferböschung sollen im Zuge der Arbeiten renaturiert werden. Die bestehende Ufermauer des Kanals wird teilweise abgebrochen.

Nachdem der Süßener Gemeinderat im Juli 2016 das Projekt grundsätzlich beschlossen hatte, ging es in der Gemeinderatssitzung am Montag an die Details.

Zu wenig ins Detail ging es allerdings Stadtrat Albrecht Finckh. Er forderte gar eine Überplanung und bemängelte vor allem zwei Punkte: eine fehlende Sicherung der Anlage sowie Mängel beim Wasserausgleich des Teiches und des Mühlkanals, an den der Teich angeschlossen sein wird.

„Im Sommer ist der Teich trocken“, prognostizierte das CDU-Mitglied. Der Teich ist mit zwei Zu- beziehungsweise Abläufen an den Mühlkanal angeschlossen. Damit der Teich nicht so stark den Wasserstandsschwankungen des Mühlkanals unterliegt, könne man diese bei Bedarf schließen, erläutert Uwe Straub vom Planungsbüro VTG Straub aus Donzdorf in der Sitzung. „So wird der Wasserstand im Teich unabhängig vom Kanal gehalten.“ Aber es sei nicht auszuschließen, dass auch mal Wasser hinzugegeben werden muss. Finckh befürchte jedoch, man brauche eine Pumpe, „das sind wieder zusätzliche Kosten“.

Ein Punkt, der auf wenig Zustimmung der anderen Gemeinderäte stieß. „Dann ist eben mal weniger Wasser im Teich. Dann regnet es und er ist wieder voller“, kommentierte Michael Keller (FDP/AFW) die Bedenken. Die CDU-Fraktion äußerte außerdem Bedenken, der Teich könne sich negativ auf die Leistungsfähigkeit des Mühlkanals und auf die Turbinen der Wehrgenossen – die Eigentümer des Wehrs, die dort Strom produzieren – auswirken.

Stadtrat Armin Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) betreibt selbst ein Wehr am Mühlkanal. Er hält die Planungen für ausreichend: „Schwankungen sind eine natürliche Sache, es gibt sie, aber der Teich wird nicht gleich leer sein“.

Ein Dorn im Auge war der CDU-Fraktion auch die fehlende Sicherung des Teichs. „Auch bei 40 Zentimetern Wassertiefe besteht die Gefahr, dass Kinder ertrinken“, mahnte Albrecht Finckh an. Ein Punkt, den auch andere Stadträte sowie die Gemeindeverwaltung aufgriffen und dessen Wichtigkeit betonten.

Vor allem der Kanal mit seiner Strömung sei das Problem, erläuterte Gemeinderat Hans Zeeb (Bündnis 90/Die Grünen). „Da reichen zwei bis drei Sekunden Unaufmerksamkeit und das Kind ist weg.“

Der Mühlkanal wird auf dem Stadtgrundstück bislang nur mit Bauzäunen gesichert, „da müssen wir also sowieso dringend ran“, sagte auch Bürgermeister Marc Kersting. Auf Vorschlag von Simon Weißenfels (CDU) wurde die Notwendigkeit einer Sicherung des Gewässers mit in die Beschlussvorlage aufgenommen.  Mit zwei Gegenstimmen wurde  diese beschlossen.

Die Firma Grünanlagen Schwarz aus Aalen soll demnach mit der Renaturierung des Mühlkanals sowie dem Neubau des Wasserspielbereichs beginnen. Die Firma ist bereits mit der Herstellung der Außenanlagen der Kultur- und Sporthalle beauftragt, so soll ein reibungsloser Ablauf beim Bau gewährleistet werden. Bei den Arbeiten geht es um eine Auftragssumme von rund 198 000 Euro.

Förderung Der Wasserspielbereich erhält eine Förderung über das Landschaftsparkprojekt des Verband Region Stuttgart. Für die Renaturierung der Uferböschung und des Mühlkanals erhält die Stadt allerdings keine Förderung. Nach Auffassung des Regierungspräsidiums sind die Arbeiten nicht ausreichend ökologisch ausgerichtet. Aus Kostengründen wird nun ein 55 statt eines 170 Meter langen Abschnitts der Ufermauer abgebrochen. Für die restliche Renaturierung der Uferböschung wurde ein Antrag auf Zuschüsse gestellt. Entschieden wird darüber aber erst im Frühjahr 2018. krib

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