Eislinger Räte wollen, dass sich Musikschule neu ausrichtet

Die Forderung nach einer Neuausrichtung der Musikschule wurde jüngst im Eislinger Gemeinderat laut. Leitung und das zuständige wollen die Bürgervertreter dabei mit ins Boot holen.

|
Beim Jahreskonzert der Musikschule machen alle Schüler begeistert mit.  Foto: 

Die Gebühren der städtischen Musikschule anzupassen, das war der Auftrag an die Eislinger Stadtverwaltung. Als es jedoch in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause zum Schwur kam, wären einige Bürgervertreter am liebsten auf die Bremse getreten. Er werde der neuen Gebührenordnung – laut OB Klaus Heininger eher eine Umstrukturierung als Erhöhung der Beiträge – erst zustimmen, wenn auch ein neues Konzept für die Musikschule vorgestellt werde, kündigte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Andreas Cerotta, an. Manfred Strohm, Vorsitzender der CDU-Fraktion, stieß ins selbe Horn und äußerte harsche Kritik: „Unsere Musikschule ist nicht die attraktivste.“

Dass das Gremium letztendlich bei sieben Gegenstimmen, der neuen Gebührenordnung zustimmte, nimmt Maria-Luise Schäfer, Leiterin des Bildungs-, Kultur- und Sportamtes, erleichtert zur Kenntnis. Soll doch die neue Gebührenstruktur die Musikschule Anreize zum Besuch schaffen. „Es geht nicht darum, von den vorhandenen Schülern mehr Geld, sondern insgesamt mehr Schüler zu bekommen“, sagt Schäfer. Deshalb sei es mit Blick auf das im Oktober beginnende Musikschuljahr wichtig, mit der neuen Beitragsstruktur antreten zu können.

Die Amtsleiterin verschweigt aber nicht, dass sie sich über die Kritik der Stadträte wundert. „Wir kamen ziemlich schlecht weg“, findet Schäfer und fügt hinzu: „So schlecht stehen wir bei weitem nicht da.“ Schäfer verweist auf die hohe Qualität des Unterrichts und die vielfältigen Anlässe in der Stadt, die die verschiedenen Ensembles der Musikschule begleiten.

360 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nahmen 2016 Musikunterricht, die Schülerzahlen seien leicht rückläufig, sagt Musikschulleiter Daniel Rehfeldt. So seien die Belegungszahlen bei der Elementaren Musikerziehung durch den Ausfall einer Lehrerin stark gesunken. Ab Herbst diesen Jahres können Musikalische Früherziehung und Instrumentale Grundausbildung wieder angeboten werden, wodurch es wieder mehr Schüler würden.

Die Musikschule, die dem Verband Deutscher Musikschulen (VDM) angehört und entsprechend dessen pädagogischen Rahmenplans unterrichtet, sei stets am Bedarf vor Ort ausgerichtet, betonen Schäfer und Rehfeldt. Einer Neuorientierung verschließen sie sich nicht, „Aber Musikschule ist immer im Wandel“, erklärt Schäfer. Die Bildungseinrichtung trage dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung, sei seit einigen Jahren bei den Ganztagsangeboten der Schulen dabei und aktuell auch beim Musikprofil der Schillerschule, das nach den Sommerferien startet.

Insbesondere die Angebote im Ganztagsschulbereich hält Maria-Luise Schäfer für ausbaufähig. Daniel Rehfeldt sieht hier auch Handlungsbedarf. Durch den Nachmittagsunterricht verkürze sich das Zeitfenster für den Musikunterricht immer stärker. Da gelte es auf lange Sicht, neue Wege zu gehen, etwa durch eine noch stärkere Verzahnung von Schule und Musikschule.

Ein großes, aus Sicht Schäfers und Rehfeldts „das größte Problem“ der Musikschule ist: „Wir brauchen ganz dringend ein eigenes Gebäude.“ Die in der Stadt verstreuten Räume erschwerten nicht nur die Organisation, „es ist einer der Gründe, warum die Musikschule in Eislingen nicht wahrgenommen wird“, sagt Schäfer, die froh ist, dass bei den Stadträten nun das Interesse für die Bildungseinrichtung geweckt ist. „Ich denke, dass sich die Räte nicht bewusst sind, an wie vielen Orten und unter welchen Bedingungen wir arbeiten und was dabei noch erstaunliches herauskommt.“

Im Herbst werden sich Musikschulleitung und Stadträte in mehreren Runden mit der Zukunft der Musikschule befassen.

Auswärtige Um für mehr Schüler von außerhalb attraktiv zu sein, wird der bisher verhältnismäßig hohe Zuschlag reduzier. Es wird künftig nicht mehr zwischen Schülern, die eine oder keine Eislinger Schule besuchen, unterschieden.

Beispiele Kinder und Jugendliche aus Eislingen zahlen zum Beispiel für 30 Minuten Einzelunterricht ab Oktober pro Monat einen Euro mehr, also 52 Euro. Wer nicht in Eislingen wohnt, zahlt 60 Euro (bislang 61 bzw. 69 Euro). Um Anreize für die pädagogisch sinnvollere 45-Minuten-Unterrichtseinheit zu schaffen, wird der Preis gesenkt – bei Eislingern um sechs auf 70 Euro, bei Auswärtigen sogar um zehn beziehungsweise 42 Euro (Schüler, die weder hier wohnen noch eine Schule besuchen).

Neu aufgenommen in die Gebührensatzung ist das Schnupperangebot Ikarus mit vier Unterrichtseinheiten zum Testen von Instrumenten. Kosten 52 Euro.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Peinlicher Schimmel im Käsekuchen

Ein Bäckermeister muss sich vor Gericht wegen eines mysteriösen Myzels in einem Kuchenstück verantworten. weiter lesen