Mit der Kamera-Drohne über Staufeneck

Mit einem Film des Eislinger Unternehmens "BildFlug" kann eine Situation aus einer ganz ungewöhnlichen Perspektive, nämlich von oben, gezeigt werden. Drohnen sind dabei sehr flexibel einsetzbar.

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Das Göppinger Freibad im Überblick, die Grünbrücke über die B 10 bei Eislingen im Mittelpunkt, das Burgrestaurant Staufeneck in der Vogelschau - Hans-Jörg Andonovic-Wagner schafft ungewöhnliche Perspektiven von Situationen oder Veranstaltungen. Regelmäßig lässt er seine Drohnen in den Himmel aufsteigen, die - mit modernster Kameratechnik ausgestattet - eben den außergewöhnlichen Blick ermöglichen. Er filmte das neue Affenhaus der Wilhelma ebenso wie einen Golfplatz auf der Alb. Die Filme stellen seine Auftraggeber dann meist ins Internet. Bevor der Eislinger sie aber freigibt, hat er alle datenschutzrechtlichen Auflagen erfüllt. Denn Diskretion hat oberste Priorität bei der Firma "BildFlug". Deshalb muss auch niemand befürchten, in einer kompromittierenden Situation präsentiert zu werden. Bevor die Filme veröffentlicht werden, werden nämlich Gesichter oder Autokennzeichen unkenntlich gemacht.

Der 39-Jährige kann das Unbehagen von Menschen gegenüber den Drohnen nachvollziehen. "Ab einer Flughöhe von 20 Metern sind sie praktisch nicht mehr wahrzunehmen." Er hat die Genehmigung, in einer Höhe von Null bis 100 Meter zu fliegen. Und war vor zwei Jahren der Erste im Regierungsbezirk Stuttgart mit einer Zulassung für die Kameraflüge mit Drohne. Der Pionier kennt also genau den rechtlichen Rahmen, an den er gehalten ist. Begonnen hatte der begeisterte Modellflieger vor ein paar Jahren "eher aus Jux und Tollerei" mit der Filmerei aus luftigen Höhen. Er hatte an einem Modellflugzeug eine Kamera befestigt und war begeistert von den tollen Bildern. Schnell war die Idee geboren, daraus ein Geschäftsmodell zu machen. Bis zur behördlichen Erlaubnis waren einige bürokratische Hemmnisse zu überwinden. Apropos überwinden: Wer sein Grundstück mit einer hohen Sichtschutzmauer umgeben hat, braucht nicht befürchten, dass er gefilmt wird. "Dies ist ein rechtlich geschütztes Gebäude ebenso wie ein Gefängnis oder militärische Bereiche", erläutert Hans-Jörg Andonovic-Wagner. Auch bei großen Veranstaltungen wird nur aus der Ferne gefilmt, "um Paniken zu vermeiden".

Es sind immer mehr Kunden, die die schnelle und unkomplizierte Technik schätzen. Denn das unbemannte Luftfahrtsystem, so die offizielle Bezeichnung für die Drohne, hat gegenüber Flugzeugen oder einem Hubschrauber den Vorteil, dass die Drohne flexibler ist und ruhige Bilder liefert. Denn dank mehrerer Propeller ist die Drohne auch bei Wind stabil und lässt sich präzise navigieren. Die nicht einmal zigarettenschachtelgroße Kamera wird elektronisch stabilisiert und auf das Motiv fixiert. So liefert sie gestochen scharfe Bilder. Häufig wird der Eislinger bei Filmaufnahmen von seinem Kollegen Matthias Kurz begleitet. Der überprüft dann in Echtzeit an einem Monitor die Filmaufnahmen und kann gegebenenfalls Korrekturen veranlassen. Die Flugdauer der Drohne ist begrenzt auf vier bis fünf Minuten. Dies ist zwar deutlich weniger als mit einem Flugzeug- oder Hubschrauberflug. Die Kosten betragen dafür aber auch nur einen Bruchteil. Und: "Die Drohne ist relativ unempfindlich gegen Witterungseinflüsse."

Neuerdings hat sich ein weiteres Betätigungsfeld für "BildFlug" ergeben: Immer mehr Archäologen lassen Gebiete, in denen sie Bodenfunde vermuten, aus der Luft dokumentieren.

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