Kulinarisches und Moschee-Besuche

Der Türkische Kulturverein in Eislingen hatte in diesem Jahr zum zweiten Mal zum Hoffest eingeladen. Neben einem breiten kulinarischen Angebot gab es auch Führungen durch die Moschee.

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  • Der neue Vorsitzende des Eislinger Türkischen Kulturvereins, Atilla Sadol, beim Hoffest am Wochenende im Gespräch mit Besuchern. 1/2
    Der neue Vorsitzende des Eislinger Türkischen Kulturvereins, Atilla Sadol, beim Hoffest am Wochenende im Gespräch mit Besuchern. Foto: 
  •  Spezialitäten aus den verschiedenen türkischen Regionen wurden dort angeboten. 2/2
     Spezialitäten aus den verschiedenen türkischen Regionen wurden dort angeboten. Foto: 
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Zum Hoffest laden die Verantwortlichen beim Türkischen Kulturverein Eislingen seit Jahren die ganze Stadt ein, es soll ein Fest des Miteinanders und Austauschs sein. Dieser Einladung folgten auch lange Zeit zahlreiche Eislinger, Lokalprominenz aus der Kommunalpolitik, Vertreter der Eislinger Vereine und des gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Prominenz war in diesem Jahr nur aus den eigenen Reihen zu begrüßen. In diesem Jahr blieben die Vereinsmitglieder ansonsten weitgehend unter sich.

Zwar hatten sich zur Mittagszeit bei dem zweitägigen Fest auf dem Gelände des Vereins in der Stuttgarter Straße 92 auch einige Nachbarn eingefunden und der eine oder andere holte sich auch eine Portion der Spezialitäten aus den verschiedenen türkischen Regionen zum Schmaus nach Hause ab. So wie Peter Heckel aus Eislingen-Süd, der zufällig vorbeikam, sich etwas mit nach Hause nahm und gespannt war, wie es schmeckt.

Doch der geplante Austausch mit den Gästen fehlte dieses Mal ebenso wie im Mai, als der Verein zu seinem ersten Hoffest in diesem Jahr geladen hatte. Alleine am kalten, unwirtlichen Wetter und der Großbaustelle vor der Haustür kann es nicht gelegen haben, auch wenn diese ihr Übriges taten. Auch beim Verein selbst ist man sich dessen bewusst. Selbstkritisch räumt der Vorsitzende Atilla Sadol an, dass die Einladungen zum "spontan beschlossenen" Fest entsprechend kurzfristig erfolgt seien. Dennoch war auch die Enttäuschung mit Händen zu greifen.

"Der türkische Kulturverein in Eislingen hat in den vergangenen Jahren so viele Dinge organisiert, initiiert und immer wieder eingeladen. Wir haben so viel gemacht, und wenn man von Anderen auch einmal etwas erwartet, kommt nichts", zeigt sich der neue Vorsitzende enttäuscht und verweist auf die Aktivitäten seiner Vorgänger, die oftmals mit dem Namen Yüksel Özer verbunden sind. Sadol nennt die Mitarbeit bei der Kommunalen Kriminalprävention, das Projekt "Nachhilfe für alle", Sprachförderung im Kindergarten, die Kooperation bei Festen. Alles habe stets gut geklappt.

Auch an den Tischen wird während des Hoffestes diskutiert. Aktuelle Nachrichten vermischen sich mit kommunalen. Die Vereinsmitglieder ärgern sich, dass sie über die Aufnahme von Asylbewerbern nicht unterrichtet würden. Das sei in anderen Kommunen besser, sagt Sadol. Schließlich seien die Ankommenden größtenteils Moslems wie sie. Es gehe schließlich darum, zusammen etwas für die Flüchtlinge zu machen. Bezüglich warmer Kleidung für den Winter, aber auch hinsichtlich der psychologischen Betreuung. "Wir können viele der Ängste verstehen und wissen damit umzugehen. Wir haben einen Erfahrungsschatz aus der Zeit als unsere Eltern und Großeltern in Deutschland angekommen sind, niemanden hatten und nicht wussten, was auf sie zukommt." Sadol berichtet auch aus Gesprächen mit Asylbewerbern, die in Eislingen untergekommen sind. Sie klagten, dass sich viele Menschen aus den christlichen Kirchen um sie kümmerten, dabei seien sie doch Muslime.

Während der Fastenzeit hatte der Türkische Kulturverein die Eislinger Asylbewerber jeden Abend zum Essen eingeladen und Essen in die Unterkunft gebracht. "Jeden Tag folgten der Einladung zwischen 15 und 20 Personen", erinnert sich Atilla Sadol.

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