Bürgerinitiative gegen den Hirschkreisel

In Eislingen strengt eine Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren gegen den Umbau der Hirschkreuzung an. Dafür werden Unterschriften gesammelt.

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Die Hirschkreuzung – mit und ohne Unterführung – nimmt eine Schlüsselstellung ein für das Umfeld der Lutherkirche in Eislingen-Süd.  Foto: 

Viele Bürger in Eislingen wollen sich offenbar mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Umbau der Hirschkreuzung nicht abfinden. Renate Matscheko ist der Ansicht, dass 70 oder 80 Prozent der Einwohner den Beschluss revidieren wollen. Das hat sich aus Gesprächen in ihrem Bekanntenkreis entnommen. Auf eine ähnliche Quote kommt Rainer Werner. Er ist der Überzeugung, dass 90 Prozent seiner Bekannten über den geplanten Umbau schimpfen.

Wie berichtet, hat der Eislinger Gemeinderat in mehreren, teilweise sehr knappen Abstimmungen beschlossen, dass die bestehende Ampelkreuzung beim Gasthof Hirsch zu einem Kreisverkehr mit umlaufendem Radweg umgebaut wird. Gleichzeitig würde die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zugeschüttet. Der Umbau soll im nächsten Jahr über die Bühne gehen. Über das Ansinnen ist der Eislinger Gemeinderat tief gespalten, CDU-Fraktion und etwa die Hälfte der Freien Wähler lehnen den Umbau ab, während SPD, Grüne, der andere Teil der Freien Wähler sowie Oberbürgermeister Klaus Heininger für den Kreisverkehr gestimmt haben.

In den vergangenen Jahren wurden die Eislinger in mehreren Bürgerforen und anderen Veranstaltungen über das Thema informiert. Dabei wurde an den Stellungnahmen aus dem Publikum deutlich, dass der Umbau der Kreuzung auf starken Widerstand stößt, obgleich Verkehrsexperten und Städteplaner zu der Veränderung geraten haben. Die Gegner glauben, dass die Unterführung viel sicherer ist als der Kreisverkehr mit Radweg. Die Experten, die sich in Eislingen dazu geäußert haben, sehen dies anders.

Weil sie nicht länger nur „schimpfen und den Kopf in den Sand stecken wollen“, so Renate Matscheko, haben sich am Mittwoch acht Eislinger getroffen. Die „Bürgerinitiative gegen den Hirschkreisel“ (BI) will Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln. Bis Mitte November sollen etwa 1600 Stimmen (zehn Prozent der Wahlberechtigten) gesammelt werden, um einen Bürgerentscheid beantragen zu können. Die Bürgerinitiative hat seit dem Gemeinderatsbeschluss vom 5. Oktober sechs Wochen Zeit.

Die BI fordert, dass 2016 zwar, wie beschlossen, die Schloßstraße ausgebaut werden soll, die Hirschkreuzung aber noch warten soll, bis die Mühlbachtrasse hergestellt ist. Erst dann werde sich zeigen, wie sich der Verkehr entwickelt und in welcher Dimension die Hirschkreuzung umgebaut werden müsse. Der 75-jährige Werner hält den Kreisverkehr, der von Gehwegaußenkante zu Gehwegaußenkante einen Durchmesser von 50 Meter habe, für überdimensioniert.

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Umbau der Hirschkreuzung

Die Stadt Eislingen möchte die Zahl der Autos und Lastwagen weiter reduzieren. Dazu sollen die Straße weiter zurückgebaut und zwei Kreisverkehre angelegt werden. Planer und ein Teil der Bürger sind geteilter Meinung über die Umgestaltung der Hirschkreuzung.

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