Berührende Musik in der Christuskirche

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Zum Abschluss des Kirchenjahres gastierten Ute Bidlingmaier (Sopran) und Klaus Rot­haupt (Orgel) in der Eislinger Christuskirche. Kirchenmusikdirektor Klaus Rothaupt kam gleich zum Thema durch den sehr bewegenden Vortrag des Präludiums und der Fuge in g-Moll von Johannes Brahms, letztere eher in getragenem Tempo aufgrund der Kontrapunktik in Verbindung mit dem majestätisch dahinschreitenden Fugenthema.

Pfarrer Frieder Dehlinger ergänzte die vielfältige Musik durch tiefgründige geistliche Texte, die sich auf das malerische Schaffen von Friedrich von Keller (1840-1914), gebürtig in Neckarweihingen, bezogen. Dabei konnte die Gemeinde feststellen, dass unter dem Keller’schen Originalbild in der Christuskirche der schöne Bibeltext „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“ in der ursprünglichen Gestaltung zu lesen war.

Nach der Text- und Bildeinleitung zum Keller’schen Werk setzte die Sopranistin Ute Bindlingmaier, einfühlsam an der Orgel begleitet von Klaus Rothaupt, die berührenden Musiken fort: mit dem „Kyrie eleison“ sowie „Hebe deine Augen auf“, beides von Dvorak. Eine anrührende Komposition über „Der Herr ist mein Hirt“ von Klaus Rothaupt folgte, bestens passend zu von Kellers besprochenen Werken.

Eine eher selten zu hörende Vertonung des uralten, im achten Jahrhundert entstandenen „Wessobrunner Gebets“ von Armin Knab (1881-1951) kam neben der variablen Solosopranpartie auch die Orgelbegleitung verstärkt zum Zug.

Aus Romantik, Klassik, Barock

In der Folge waren ansprechende Werke aus den Epochen Romantik, Klassik und Barock zu hören: von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht“, ein freies geistliches Werk im „Arioso“-Charakter, von Wolfgang Amadeus Mozart „Et incarnatus est“ („Ist Mensch geworden“) aus dem „Credo“ der c-moll-Messe KV 427 in einer sehr guten Bearbeitung von Klaus Rothaupt und von Georg Friedrich Händel die wohlklingende Sopranarie „Ich weiß dass mein Erlöser lebt“ aus dem „Messias“.

Als letzten Ausklang musizierte das Künstlerpaar die bewegte geistliche Arie (RV 360) „Nulla in mundo pax“ („Es gibt keinen Weltfrieden, wenn nicht Jesus in Dir ist“) von Vivaldi.

Ausdrücklich erwähnt seien die ausdrucksstarke stimmliche Darstellung der Solosopranistin Ute Bidlingmaier sowie die stilistisch sichere, virtuose und organisatorisch bestens getroffene Registerwahl Klaus Rothaupts an der wohlklingenden Link-Mühleisen-Orgel. Eckhart Naumann

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