Wegen der Westtangente: Bange Blicke auf die Wetter-App

Spätestens Anfang übernächster Woche soll die Westtangente zwischen Eislingen und Göppingen wieder offen sein. Voraussetzung ist jedoch, dass der Regen keinen Strich durch die Rechnung macht.

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Endspurt bei der Sanierung der Eislinger Westtangente. Bürgermeister Jürgen Gröger (r.) und der Leiter des Tiefbauamtes, Martin Fischer, hoffen, dass das Wetter hält, um die Arbeiten zügig abschließen zu können.  Foto: 

Die Sanierung wird zum Wettlauf mit der Zeit. Seit acht Wochen ist die Westtangente zwischen Eislingen und Göppingen gesperrt. Nun beginnt der Endspurt bei der Instandsetzung der Brücke. „Wir wollen diese wichtige Verkehrsspange so schnell wie möglich wieder öffnen und arbeiten deshalb mit Hochdruck“, sagt Eislingens Bürgermeister Jürgen Gröger. Indes könnten die Wetterkapriolen diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Regenschauer der vergangenen Tage haben die Bauarbeiter, die derzeit dabei sind, das Bauwerk mit Bitumenbahnen abzudichten, bereits einige Nerven gekostet. Für die jetzt anstehenden Arbeiten muss es trocken sein, erklärt der Leiter des Eislinger Tiefbauamts, Martin Fischer. Da spiele es keine Rolle, ob es zwei Minuten oder zwei Stunden regnet, wenn es nass ist, kann nicht weitergearbeitet werden.

„Heute Morgen war erst mal zwei Stunden lang Kehren angesagt“, berichtet Fischer. Mit Schiebern hätten die Arbeiter das Wasser von der Kunstharzschicht – der Untergrund des Fahrbahnbelags – beseitigt. In der kommenden Woche soll die Firma anrücken, die den Gussasphalt, also die letzte Schicht der Fahrbahn, aufbringt. Deren Zeitplan sei eng getaktet, „wegen der vielen Straßenbaustellen sind die Firmen ausgelastet“, sagt Fischer.

An dem 22 Jahre alten Bauwerk nagt der Zahn der Zeit. In den vergangenen Wochen hat die Stadt die Brücke von Grund auf instandgesetzt. Weil der Belag und ebenfalls die Abdichtungen beschädigt waren, seien auch Teile des Stahlbetontragwerks, wie zum Beispiel Stahlstäbe, gerostet und hätten erneuert werden müssen. Betroffen gewesen seien vor allem die sogenannten Brückenkappen – der nicht befahrene Randbereich neben der Fahrbahn, der die tragende Konstruktion schützen soll, jedoch besonders anfällig gegen Frost und Salz ist. Wenn – wie Fischer und Gröger hoffen – in der kommenden Woche die Fahrbahn asphaltiert wird, soll dann noch ein Brückenpfeiler, der durch das Spritzwasser Ausblühungen aufwies, saniert werden.

Für die Stadt Eislingen ist die Belastung durch die Westtangente ein Dauerthema. 750 000 Euro investiert die Kommune jetzt in das Bauwerk. Das, so Gröger, leidet vor allem unter dem zunehmenden Schwerlastverkehr. Dem Gewerbegebiet im Göppinger Stauferpark dient die Eislinger Brücke über Bahn und Fils als wichtigste Verbindung zur B 10. Mehrere Vorstöße, ob sich die Hohenstaufenstadt an der Instandhaltung der Westtangente beteiligt, seien freundlich, aber bestimmt abgelehnt worden. „Die kreisweite Bedeutung dieser Verkehrsverbindung ist aber unbestritten“, erklärt der Eislinger Bürgermeister und fügt hinzu: „Wir streben an, dass irgendwann der Kreis die Brücke übernimmt.“ Man sei im Gespräch und immerhin, so Gröger mit einem Augenzwinkern, „könnten wir dem Landkreis dann eine sanierte Brücke übergeben“.

Entlastung Die Westtangente ist vor fast 25 Jahren gebaut worden, um die Bahnüberführung im Eislinger Zentrum zu entlasten. Damals war an eine Landesstraße gedacht worden, allerdings hätte Eislingen dann wegen vieler anderer Straßenbauvorhaben 15 Jahre warten müssen, bis das Land die Verbindung finanziert. Eislingen entschied sich dafür, selbst zu bauen, hat aber einen Landeszuschuss über 80 Prozent der förderfähigen Kosten bekommen.

Kosten Die Sanierung der Brücke kostet rund 750 000 Euro. Wegen des zunehmenden Schwerlastverkehrs und ihrer speziellen Konstruktion mit Gefälle und Kurve müsse die Westtangente häufiger gewartet werden.

Bedeutung Wegen der überörtlichen Bedeutung als Verbindung zur B 10 und in den Göppinger Stauferpark strebt die Stadt Eislingen als bislang alleiniger Baulastträger an, dass mittelfristig der Landkreis die Straße übernimmt.

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