Feuer auf der Bühne

Bereits zum zehnten Mal begeisterten die Ulmer Philharmoniker das Publikum in der ausverkauften Eislinger Stadthalle. Herausragend präsentierte sich auch die Solistin Catriona Smith.

IRIS RUOSS |

Beim Empfang in der Eislinger Stadthalle am Samstag waren die Zuhörer erst einmal verwundert. Jeder bekam einen Stein in die Hand gedrückt, aber Oberbürgermeister Klaus Heininger löste das Rätsel um den Stein bei seiner kurzen Neujahrskonzert-Ansprache schnell auf. "Der große Stein steht für die wichtigsten Dinge im Leben", sagte Heininger, der sich sehr erfreut darüber zeigte, dass die Ulmer Philharmoniker in Eislingen schon seit zehn Jahren vor ausverkauftem Haus spielen und die Nachfrage ungebrochen ist.

Das Programm, das Generalmusikdirektor Timo Handschuh zusammengestellt hatte, konnte sich mehr als sehen lassen. Der Auftakt mit der Ouvertüre zur Operette "Der Zigeunerbaron" ist gleich flott gewählt, das Publikum schon erstmals begeistert. Nicht nur Timo Handschuh schwingt souverän seinen Taktstock und führt das Orchester mit leichter, aber dennoch energischer Hand, gekonnt dirigiert auch Operndirektor Matthias Kaiser durchs musikalische Programm.

Als Solistin brilliert Catriona Smith erstmals mit Franz Lehárs "Hör ich Cymbalklänge" aus der Operette Zigeunerliebe, wobei sie von Konzertmeister Tamás Füzesi mit der Geige umgarnt und von Timo Handschuh mit großen Gesten begleitet wird. Da war ungarisches Feuer auf der Bühne zu spüren. Von Ungarn führte die Konzertreise nach Finnland und damit in eher kältere Gefilde, mit "Alla marcia" aus der Karelia Suite von Jean Sibelius. Den Bogen zwischen den Ländern findet Conférencier Matthias Kaiser gekonnt über die Sprachfamilie, die Finnen und Ungarn verbindet.

Weg von Weihnachten und Neujahr und hin zu Ostern leitete das "Intermezzo Sinfonico" aus Pietro Mascagnis Oper "Cavalleria Rusticana". Und dann macht sich tiefe Ergriffenheit, fast spürbar, beim Publikum breit, als Solistin Catriona Smith "Morgen" von Richard Strauss anstimmt. Noch einmal nehmen die Musiker Schwung auf, der Walzer aus Tschaikowskys Ballett Dornröschen setzt einen glanzvollen Schlusspunkt unter den ersten Konzertteil.

Dass Generalmusikdirektor Timo Handschuh keine Berührungsängste mit neuzeitlicher Musik hat, das stellt das Orchester im zweiten Teil unter Beweis. Mit "Main Theme" und "Epic II" aus dem Film Star Wars geht ein donnernder zweiter Auftakt durch die Eislinger Stadthalle. Und Handschuh bedient sich auch weiter bei Filmmusik, bringt mit "There you'll be" aus Pearl Harbour und einem Medley aus Pirates of the Caribbean großes Kino auf die Konzertbühne, was beweist: Es muss nicht immer große Klassik sein, die Ulmer Philharmoniker können ihr Publikum sehr vielseitig unterhalten.

Einmal mehr zeigt auch die Solistin was in ihr steckt, dass nicht nur ihre stetigen Kostümwechsel für Vielseitigkeit sorgen. Mit dem Walzer "Wiener Blut" und der Polka "Leichtes Blut" von Johann Strauß sowie dem Josef-Strauß-Werk "Jokey-Polka" setzten die Musiker einen gelungenen, beschwingten Konzertabschluss, natürlich nicht, ohne mit einer von tosendem Beifall geforderten Zugabe von der Bühne zu gehen.

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