"Jedes Kilo strengt an"

Im September 2012 wechselte der Amstetter Maximilian Oswald von der TG Geislingen ins Schwimm-Internat nach Berlin, um seinem Traum von Olympia 2012 näher zu kommen. Bisher lief nicht alles nach Wunsch.

Was würden Sie im Jahresrückblick 2012 gerne über sich lesen?

MAXIMILIAN OSWALD: Es wäre ganz schön, wenn irgendwo drin stünde, dass ich mich für die Europameisterschaft im Mai in Antwerpen qualifiziert habe. Im März sind in Magdeburg die Quali-Wettkämpfe.

Eigentlich sind Sie ja nach Berlin gewechselt, um sich für Olympia 2012 in London zu qualifizieren. Haben Sie die Hoffnung schon abgehakt?

OSWALD: Mit ganz viel Glück könnte es noch passieren, aber ich rechne eher nicht damit. Ich bin schon ein ganzes Stück weg davon.

Haben Ihnen die knapp eineinhalb Jahre am Schwimm-Internat in Berlin überhaupt etwas gebracht?

OSWALD: Ich dachte, es ginge nach dem Wechsel gleich steil nach oben mit meiner Leistung, doch das erste Jahr war ziemlich hart. Die Umstellung war doch größer als ich gedacht hatte.

Und jetzt?

OSWALD: Ich glaube, jetzt habe ich mich eingelebt. Ich bin konditionell viel besser drauf, habe zwölf Kilo abgenommen und bin viel sportlicher.

Hatten Sie vorher etwa Übergewicht?

OSWALD: Das nicht, ich hatte 14 Prozent Fettanteil und muss auf acht Prozent runterkommen. Wenn ich noch zwei Kilo abnehme, habe ich das geschafft. Jedes Kilo, das ich durchs Wasser ziehe, strengt mich umso mehr an.

Für London kommt Ihre neue Fitness womöglich zu spät.

OSWALD: Wahrscheinlich. Ich habe nach meinem Wechsel ein Jahr lang stagniert und jetzt reicht die Zeit nicht mehr, um alles aufzuholen.

Was fehlt zur nationalen Spitze?

OSWALD: Ich habe noch immer nicht das richtige Gefühl für mein Schwimmen gefunden. Von der Zeit her müsste ich über 100-Meter-Freistil etwa eine Sekunde schneller schwimmen. Das ist nicht wahnsinnig viel, aber eben eine Sekunde.

Schaffen Sie das bis zur EM-Quali oder fahren gar nicht alle Asse nach Antwerpen, weil sie sich für Olympia schonen?

OSWALD: Das hoffe ich. Die internationale Spitze wird wohl fehlen, bei den Deutschen bin ich mir nicht so sicher. Viele wollen vielleicht die Chance nutzen, sich dort noch noch für Olympia zu qualifizieren.

Welche Zeit glauben Sie schwimmen zu müssen, um das Ticket für Antwerpen zu lösen?

OSWALD: Ich sollte die 100 Meter unter 50 Sekunden kraulen, momentan steht meine Bestzeit noch bei 50,6 Sekunden.

Sie sind jetzt 18 Jahre alt, machen nächstes Jahr Abitur in Berlin, wie gehts dann dort weiter?

OSWALD: Ich müsste dann aus dem Schulinternat ausziehen, könnte aber nebenan in ein anderes Gebäude. Aber ich will auf jeden Fall studieren, wenn ich auch noch nicht weiß welches Fach. Entweder bleibe ich zum Studieren hier oder ich gehe in die USA.

In Kalifornien oder Florida hätten Sie ideale Trainingsbedingungen und keine so weite Anreise zu den Olympischen Spielen 2016 . . .

OSWALD: Olympia in Rio ist mein ganz großes Ziel, da will ich schon gerne dabei sein.


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Autor: THOMAS FRIEDRICH | 28.01.2012

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