Unentschieden-Könige aus Göppingen schlagen wieder zu

Zum vierten Mal im siebten Erstligaspiel verließen die Frisch-Auf-Profis mit einem Remis die Platte. Das 28:28 gegen Flensburg war ein Punktgewinn.

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Nach dem Heimspiel gegen Bundesliga-Vizemeister SG Flensburg/Handewitt gestern Abend in der EWS-Arena reckten die Handballer von Frisch Auf Göppingen die Arme in die Höhe. Soeben hatten sie dem Champions-League-Teilnehmer ein 28:28 (13:13)-Remis abgetrotzt. Für die Göppinger war sogar noch mehr drin als ein Punkt.

„Ich weiß gar nicht, wie viele Unentschieden ich in meinem Leben gesehen habe“, sagte Frisch-Auf-Trainer Rolf Brack, der gestern sein Heimdebüt als neuer Coach der Grün-Weißen feierte, „aber es gab bisher kein Unentschieden, wo ich am Ende so glücklich gewesen bin wie heute. Unsere Mannschaft hat heute ein Feuerwerk der Leidenschaft ­abgebrannt“, freute sich der 63-­Jährige.

In der ersten Hälfte lagen die Göppinger nur zwei Mal, zuletzt beim 6:5 durch ein Gegenstoßtor von Regisseur Tim Kneule in der elften Minute, in Front. Ansonsten diktierten die Gäste das Geschehen, die elf Minuten später mit 12:9 führten. „Bei diesem Zwischenstand hatten wir alle Möglichkeiten, unseren Vorsprung ausbauen, haben es aber nicht geschafft“, ärgerte sich Flensburgs Trainer Maik Machulla. Bis zur Pause gelang den Gastgebern der Ausgleich zum 13:13.

Frisch-Auf-Coach Brack hatte schon früh durchgewechselt. Nach seiner ersten Auszeit in der 16. Minute brachte er in Torwart Daniel Rebmann, Linksaußen Joscha Ritterbach, Regisseur Allan Damgaard und Rückraumshooter Jens Schöngarth gleich vier neue Leute, die bis dahin noch nicht gespielt hatten. „Diese Wechseltaktik mit der Blockbildung wie beim Eishockey hat sehr gut geklappt“, analysierte Brack.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts legten die Göppinger binnen vier Minuten mit einem Kempa-Treffer von Kapitän Zarko Sesum sowie erneut drei Kontertoren durch Jacob Bagersted, Kresimir Kozina und Tomas Urban eine 4:0-Serie hin, die den Hausherren die 17:13-Führung einbrachte. Im Vorfeld der Partie hatte Brack angekündigt, die „vielleicht beste Tempospielmannschaft der Welt mit ihren eigenen Waffen ärgern“ zu wollen. Was den Grün-Weißen auch gelang: Zehn Gegenstoßtore gingen auf das Konto von Frisch Auf, während die Flensburger nur neun Mal mit schnellen Angriffen erfolgreich waren.

Von ihrer Führung zehrten die Göppinger bis in die Schlussphase hinein. Mehrfach hatten sie Gelegenheiten, den Sack zuzumachen, die größten durch Sesum, der beim Stand von 24:22 in der 49. Minute und beim 27:26 in der 57. Minute zwei Gegenstöße nicht verwerten konnte. „Das war heute entscheidend“, meinte der geknickte Kapitän. Eine Erklärung für seine Blackouts hatte er nicht: „Ich habe einfach verschossen.“ In der Schlussminute hatte Frisch Auf noch Glück, am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen, denn beim Stand von 28:28 traf Rasmus Lauge wenige Se­kunden vor dem Ende nur den Pfosten.

Wie in den meisten Saisonspielen ging auch gestern Abend das Torhüterduell wieder klar an den Gegner. Während Flensburgs Routinier Mattias Andersson wie so oft einen Sahnetag erwischte, bekamen Daniel Rebmann und Primoz Prost fast keinen Ball zu fassen. Brack: „Es ist schon unglaublich, dass man mit dieser Torwartleistung nicht verliert.“ Trotz der schwachen Form von Prost und Rebmann werde er jedoch keine Verstärkung auf der Torhüterposition fordern, betonte der Göppinger Trainer.

FA Göppingen: Prost, Rebmann (16.-47.); Kneule (5), Ritterbach (1), Damgaard, Bagersted (2), Sesum (2), Fontaine (4), Urban (3), Schiller (3/3), Pfahl (1), Schöngarth (2), Kozina (5).
SG Flensburg/Handewitt: Andersson, Lind (n.e.); Karlsson, Glandorf (1), Mogensen, Svan (5), Wanne (5), Jeppsson (2), Steinhauser, Heinl, Zachariassen, Toft Hansen (3), Gottfridsson, Lauge (8/4), Bult, Mahé (4), Rod.
Schiedsrichter
: Immel/Klein (Ra­tingen).
Zeitstrafen:
4:8 Minuten.
Zuschauer:
4000.

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