Heutiger Gastgeber setzt viel Geld in neue Gesichter
Große Pläne schmiedet die HSG Wetzlar für die kommende Bundesliga-Saison. Kurzfristig einsetzbar ist dagegen Neuzugang Andrej Klimovets.
Jahrelang war die HSG Wetzlar die graue Maus der Liga. Meist früh vom Abstiegskampf erlöst, machten eher Schlagzeilen über finanzielle Unregelmäßigkeiten die Runde. Inzwischen scheint sich der hessische Klub stabilisiert zu haben und setzt zur neuen Spielzeit auf viele deutsche Spieler.
Bereits die dreizehnte Spielzeit bestreitet die HSG Wetzlar im Liga-Oberhaus, die symbolische Zahl brachte den Hessen mit Blick auf die Vergangenheit Glück. Selten steckte der Verein, bei dem bis 2004 Göppingens Trainer Velimir Petkovic die sportliche Verantwortung trug, im ernsthaften Abstiegskampf. Stattdessen fanden sich die Wetzlarer meist im Niemandsland der Tabelle wieder.
Schlagzeilen machte der Klub stattdessen durch finanzielle Unregelmäßigkeiten. Mehrfach stand die HSG Wetzlar kurz vor dem Aus. Dabei hatte man sich 2005 mit dem Umzug in die neue Rittal-Arena einen zusätzlichen Schub erwartet. Der Hallen-Neubau mit 4400 Plätzen diente auch bei den Göppinger Ausbauplänen als Anschauungsobjekt. Ruhe kehrte erst vor eineinhalb Jahren ein. Nach gleich mehreren Umstrukturierungen übernahm Björn Seipp als Geschäftsführer das Ruder. Der frühere Medienmann steht seither für ein stabiles Umfeld und einen kontinuierlichen Prozess kleiner Schritte.
Mit einem soliden elften Platz konnte die letzte Saison abgeschlossen werden. Dabei überzeugte das Team mit einer konstanten Saisonleistung. Daran knüpfte die HSG Wetzlar auch in der laufenden Spielzeit an und etablierte sich im breiten Mittelfeld. Mit einem Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen könnten die Hessen sogar in die obere Tabellenhälfte vorrücken. Helfen soll dabei ab sofort Kreisläufer Andrej Klimovets. Der mittlerweile 37-jährige deutsche Weltmeister von 2007 unterschrieb bei den Mittelhessen am Montag einen Vertrag bis zum Saisonende. Der seit Saisonbeginn vereinslose Klimovets, davor bei MT Melsungen und den Rhein-Neckar-Löwen in der Bundesliga aktiv, hat 71 Spiele in der deutschen Nationalmannschaft absolviert und soll bereits heute um 20.15 Uhr beim ersten Heimspiel der HSG gegen Frisch Auf zum Einsatz kommen.
Gleichzeitig richten sich die Blicke der HSG Wetzlar bereits verstärkt auf die kommende Saison. Dann wird Trainer Gennadij Chalepo, ein ehemaliger Schützling von Velimir Petkovic, verstärkt auf deutsche Spieler setzen. Bereits jetzt gehören unter anderem Peter Jungwirth, Timo Salzer, Steffen Fäth und auch Philipp Müller zu den Leistungsträgern. Ab Sommer kommt es dann zur Familienzusammenführung, wenn mit dem Wechsel von Michael Müller von den Rhein-Neckar-Löwen die Müller-Zwillinge wieder zusammen spielen.
Mit Jens Tiedtke kommt zudem ein deutscher Kreisläufer aus Großwallstadt nach Hessen. Für eine große Überraschung sorgte Wetzlar in der Winterpause, als man die Verpflichtung des 23-jährigen Rechtsaußen Tobias Reichmann vom Top-Team des THW Kiel bekanntgeben konnte.
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Autor: RONALD MAIER | 08.02.2012
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Andrej Klimovets für Melsungen (links) im Clinch mit Göppingens Manuel Späth. Foto: Archiv/Poller
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