DFB-Pokal: VfB nur ein Aufbaugegner

Stuttgart.  Abwechslung DFB-Pokal? Mitnichten. Im Viertelfinale setzte der VfB die Reihe seiner uninspirierten Bundesliga-Auftritte fort. Beim 0:2 (0:1) gegen den souveränen FC Bayern waren die Stuttgarter chancenlos.

Der Klassiker mit dem Garantieschein: Immer wenn sich der VfB Stuttgart und der FC Bayern im DFB-Pokal begegnen, stimmt die Trefferquote. Seit 1989 fielen bei Duellen in diesem Wettbewerb stets mindestens drei Treffer.

Gestern wars anders. Aber das störte den Rekordmeister aus München keineswegs. Mit 2:0 nahm die Elf von Coach Jupp Heynckes die Viertelfinal-Hürde vor 57 500 Zuschauern im nicht ausverkauften Daimler-Benz-Stadion locker. Bei minus sechs Grad froren die Stuttgarter Hoffnungen spätestens 32 Sekunden nach der Halbzeit vollends ein. Da nämlich traf der von der VfB-Abwehr vernachlässigte Mario Gomez freistehend zum 0:2 - wenn er dafür gegen Torwart Sven Ulreich auch zwei Versuche benötigte.

Dabei hatten sich die Gastgeber vorgenommen, ähnlich konzentriert zu beginnen, wie dies in der ersten Halbzeit der Fall gewesen war. Der VfB hatte die Bayern anfangs rund 20 Minuten lang neutralisiert, aber dann machte sich nach und nach die Klasse des Favoriten bezahlt. Vor allem die individuelle Klasse von Franck Ribéry. Der unternehmungslustige Franzose wirbelte auf beiden Seiten. Nicht von ungefähr glückte Ribéry nach exakt einer halben Stunde auch der Führungstreffer. Rafinha und Thomas Müller bereiteten dieses Tor klug vor.

Ab da wars mit der Stuttgarter Herrlichkeit vorbei. Nicht einmal die Tatsache, dass Heynckes den spürbar griesgrämigen Niederländer Arjen Robben auf der Bank schmoren ließ und Bastian Schweinsteiger schon nach 17 Minuten mit einer Sprunggelenkverletzung austauschen musste, änderte etwas am eindeutigen Kräfteverhältnis.

Bruno Labbadia hätte sich einen fröhlicheren 46. Geburtstag gewünscht. Der in die Kritik geratene VfB-Trainer sah keinen Aufwärtstrend in seiner Mannschaft. Weil ihm die gestrige Niederlage die letzte Hoffnung aufs internationale Geschäft raubte, droht das Bundesliga-Duell am Samstag gegen Hertha BSC schon zu einem ersten persönlichen Endspiel zu werden.

Nur bei einem Kopfball von Vedad Ibisevic in der zehnten Minute bot sich den Stuttgartern früh die Gelegenheit, zu jubeln. Doch der Neuzugang aus Hoffenheim traf den Ball nach einer Flanke von Cristian Molinaro nur unglücklich. Und als das Spielobjekt im Verlauf der Begegnung doch einmal im Bayern-Tor lag (65.), annullierte Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf den Treffer folgerichtig wegen eines Stürmerfouls von Ibisevic am insgesamt wenig geforderten Nationaltorwart Manuel Neuer.

Auch Neuers Vorderleute brauchten sich nicht über Gebühr zu verausgaben. Sie kontrollierten das Geschehen jederzeit, selbst wenn sie nicht bis ans Limit gehen mussten - was ihnen vor der Hausaufgabe am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern behagte. Zu mehr als einem Aufbaugegner taugten die Stuttgarter nicht, es ging kein Ruck durch ihre Reihen. Sie durften sich wieder einmal zuverlässigen Torwart Sven Ulreich bedanken, der nicht nur Ribérys Kopfball (74.) parierte. Alle Mannschaftsteile vor Ulreich blieben unter Normalform. Das muss gegen Hertha BSC anders werden.


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Autor: WOLFGANG SCHEERER | 09.02.2012

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