Ein Duell, dem die Tradition fehlt: SC Geislingen tritt in Faurndau an

Fußball-Bezirksliga Trainer Jasko Suvalic empfindet das Duell seines SC Geislingen gegen Faurndau nicht als Derby. Kuchen will den Sieg in Wiesensteig gegen Schlusslicht Nellingen vergolden und die Abstiegsplätze verlassen.

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Viet Nguyen hat das Training aufgenommen und dürfte bald wieder für den SC am Ball sein.  Foto: 

Was macht man als Trainer (wenn man nicht gerade den FC Bayern anleitet), wenn seine Mannschaft nach sechs Spieltagen Tabellenführer ist? Beschwichtigen, von der schönen Momentaufnahme faseln, die man gerade genieße. Jasko Suvalic geht mit Rang eins seines Teams nur ein klein wenig offensiver um als seine Kollegen das zu tun pflegen.

Der SC-Coach betont ebenfalls den frühen Zeitpunkt der Saison, zu dem Platz eins „noch nichts Besonderes“ sei. Man wollte ja sowieso unter die ersten Fünf kommen. Immerhin aber habe seine Mannschaft jetzt schon ihre „Bewerbung für mehr abgegeben“, jetzt müsse man sehen, „welche Rückmeldungen aus der Liga kommen“. Suvalics Titelfavoriten bleiben weiterhin TSV Oberensingen und SG TT Göppingen.

Nach dem Abstieg aus der Landesliga haben sich die Geislinger schnell wieder ans Gewinnen gewöhnt. Weil sie die richtige Mentalität an den Tag legen, lobt der Trainer. Seine Zöglinge haben gelernt, mit der Favoritenrolle umzugehen, die sie eine Klasse tiefer fast jeden Sonntag tragen. Sie wissen, dass sie nicht leichter gewinnen, nur weil sie Favorit sind. „Eher im Gegenteil“, erklärt der Coach die Mühen eines Titelanwärters. Er hat seinen Zöglingen die Bereitschaft eingeimpft, gegen jeden Gegner an die Leistungsgrenze zu gehen.

Der Konkurrenzkampf im Kader erhöht die Aufmerksamkeit für Anweisungen des Übungsleiters. Nachdem Viet Nguyen, Lukas Ziegler und Matariz Darboe nach langer Verletzungspause wieder ins Training eingestiegen sind, wird in den kommenden Wochen das Gerangel um die Plätze in der Startelf noch heftiger.  Für Sonntag fehlt diesem Trio aber noch die nötige Fitness. Gegen den FV Faurndau müssen es weiter die Spieler richten, die bislang 16 von 18 möglichen Punkten geholt haben.

Von Filstal-Derby will Suvalic nichts wissen. Im Kreis Göppingen akzeptiert er nur SV Göppingen, FC Donzdorf und FC Eislingen als relevante Derbygegner. Er kann sich „nicht erinnern“, gegen Faurndau „jemals ein Pflichtspiel  bestritten“ zu haben, deswegen empfindet er die Aufgabe am Sonntag um 15 Uhr im Eybacher Tal als Ligaspiel wie jedes andere. Das der Geislinger Trainer, wie jedes andere, unbedingt gewinnen will.

Nachholbedarf im Ankenstadion

Tabellerische Momentaufnahmen weiß auch Martin Braunmiller richtig einzuschätzen. Ein Sieg am Sonntag gegen Schlusslicht TV Nellingen könnte den FTSV Kuchen erstmals aus den Abstiegsplätzen befördern. Trainer Braunmiller würde es reichen, wenn die Seinen das „nach dem 32. Spieltag“ erreicht haben.

Momentan geht es nur um überlebenswichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Davon haben die Kuchener drei im Derby vergangenen Sonntag beim TSV Obere Fils geholt. Der erste Saisonsieg,  gesteht Braunmiller, habe den Seinen nach langer Abstinenz „richtig gut getan“. Angesichts der vielen schweren Aufgaben, die noch anstehen, muss der FTSV aber in den beiden kommenden Partien gegen Teams aus den unteren Regionen dringend nachlegen.

Den Gegner misst er nicht am Tabellenstand. Nellingen habe fast alle Spiele nur mit einem Tor Unterschied verloren, die Kuchener müssen daher auch in dieser Partie ihre „maximale Leistung abrufen“. Das gelang ihnen in Heimspielen zuletzt eher selten. Alle vier Zähler sammelte Kuchen auswärts, im Ankenstadion besteht ein gewisser Nachholbedarf. Braunmiller fordert, diesmal auch vor heimischem Publikum die Kuchener Basistugenden an den Tag zu legen. Der FTSV lebe vom „Spiel gegen den Ball“, wodurch das Team dem Gegner „nur wenige Torchancen gestattet“. Acht Gegentore in den bisherigen drei, allesamt verlorenen, Heimaufgaben sind daher deutlich zu viel. Die Defensive muss so arbeiten, dass ein Treffer des nicht so überwältigend torgefährlichen Angriffs reicht.

Beim 3:1 in Wiesensteig gestatteten die Kuchener dem Konkurrenten nach Braunmillers Geschmack „viel zu viele“ Torgelegenheiten. Die pflegt eine erfahrene Mannschaft wie der TV Nellingen stringenter zu nutzen als der TSV Obere Fils. Bis auf die Langzeitverletzten Lukas Lallemand und Kai Brosig stehen dem Trainer alle Spieler zur Verfügung. Da kann er es sich leisten, dem nach zweiwöchigem Urlaub zurückgekehrten Janis Lövesz keinen Platz im Kader zu garantieren. Braunmiller gefällt Konkurrenzkampf im Team genauso gut wie SC-Kollege Suvalic.

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