Kommentar zu Lebensversicherungen: Verraten und verkauft

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Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller  Foto: 

Unsere Kunden müssen wissen, dass sie sich auf uns verlassen können – heute und in Zukunft“, sagt der Chef der Allianz Lebensversicherung, Markus Faulhaber. Damit schießt der Marktführer eine Breitseite gegen Konkurrenten, die planen, ihren Bestand an Altverträgen zu verkaufen oder aus dem Neugeschäft ganz auszusteigen.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank zeigt immer mehr Kollateralschäden. Wer fürs Alter vorsorgt, bekommt dafür kaum noch Zinsen. Das wirkt sich massiv auf die Lebensversicherer aus: Sie haben es immer schwerer, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, von einst großzügig in Aussicht gestellten Zusatzbeträgen ganz zu schweigen. Angesichts dieser Lage verlieren auch namhafte Versicherungskonzerne die Lust an diesem Geschäft. Das ist ihnen nicht zu verdenken. Doch wenn sie überlegen, ihre Versicherungsbestände an Abwickler zu verkaufen, drohen sie schnell ihre wichtigsten Güter zu verspielen: den guten Ruf und die Verlässlichkeit. Die sind wichtiger als kurzfristiges Renditestreben.

Für die Kunden könnte es dagegen von Vorteil sein: Wenn Versicherer die Lust an Aktivitäten verlieren, wirkt sich das auch negativ auf ihren Ehrgeiz aus, gute Renditen zu erzielen. Spezialisierte Abwickler könnten das besser machen. Trotzdem werden sich die Kunden verraten und verkauft fühlen.

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