Zwischenruf: Hilfe! Gottesdienst mit Merkel- und Schulz-Kompositionen

Werke von Merkel und Schulz? Die Hamburger St. Michaels-Kirche kündigt für den Wahlsonntag ein geradezu politisch klingendes Programm an.

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Es gibt zwar Ministerialdirigenten, aber die Verbindung von Politik und Musik ist im Allgemeinen keine segensreiche. Man muss sich nur das Video anschauen, wie Christian Lindner „Hurra, wir leben noch“ singt. Da muss man wirklich liberal sein.

Im Internet gibt’s einen musikalischen Wahl-O-Maten. Man kreuzt ein paar Songs an und erfährt, mit welcher Partei der Musikgeschmack korreliert. Da findet man „Haus am See“ gut und gibt zu, dass man heimlich „Wrecking Ball“ hört – und erfährt, dass man zur FDP passt. Auch wenn man nicht Walter Scheel mit „Hoch auf dem gelben Wagen“ in seiner Playlist hat.

Violinschlüssel zur Macht

Der aktuelle Wahlkampf hatte zwar reichlich Dissonanzen und Kakophonien zu bieten, aber wenigstens haben uns die Politiker musikalisch in Ruhe gelassen. Doch im Finale scheinen die Spitzenkandidaten nochmal ganz andere Töne anschlagen zu wollen.

Der Violinschlüssel zur Macht: Die  Hamburger St. Michaelis-Kirche kündigt für kommenden Sonntag, also den Wahlsonntag, tatsächlich einen Gottesdienst mit Musik von Merkel und Schulz an!

Scheuen die beiden im Kampf um Wähler-Stimmen vor überhaupt nichts mehr zurück? Haben die Bayreuth-Besucher etwa derart auf Merkel abgefärbt, dass sie eine Große Koalitions-Messe komponiert hat? Hat Schulz die alte Sozen-Hymne „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit’“ neu in Töne gesetzt?

Nein, so schlimm ist es dann doch nicht. Und um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es handelt sich um Werke von Gustav Adolf Merkel (1827-1885) und Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800).

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