Über 2500 Besucher erleben drittes Airliner-Treffen

Es war die Welt der Aeronautik im Kleinen, die es am Wochenende in Oppingen zu erleben gab: Beim Airliner-Treffen zeigten Modellpiloten aus ganz Europa den Besuchern einen Querschnitt durch die Fliegerei.

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Die Turbine hat gezündet. Das Gummiseil katapultiert den Speed-Jet in den Himmel. Dann geht's zur Sache. Mit 475 Stundenkilometer dreht der Flieger seine Runden am stahlblauen Himmel, schießt über die Köpfe des Publikums und entfernt sich 700 Meter weit vom Piloten am Boden. Nur noch ein kleiner schneller Punkt rast in 600 Meter Höhe durch die Luft. Nach sechs Minuten ist das Schauspiel vorbei. Das kleine Modell landet sicher auf dem Rasen Segelfluggeländes.

Die spektakuläre Vorführung war nur ein Programmpunkt beim 3. Airliner Treffen in Oppingen am Wochenende. Modellflieger aus der gesamten Bundesrepublik, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien waren zur Stelle und präsentierten originalgetreue Nachbauten alter und neuer mehrmotoriger Passagierflugzeuge sowie Showflieger. Airbus, Boeing, Concorde, McDonald Douglas und die legendäre JU 52 waren ebenso vertreten wie ein A 300 oder eine 747. Daneben gab es Flugeinlagen mit Helikoptern, einmotorigen Kunstfliegern und Jets wie dem Nachbau des Eurofighters, des zweistrahligen Jagdflugzeugs Northrob F5 der Schweizer Luftwaffe oder ein Sportjet des Herstellers Tomahawk. Jeden Flug kommentierten Jochen Frieß aus Laichingen und Joachim Nüssler aus Langenau über Lautsprecher und lieferten Informationen nicht nur zum Modell sondern auch zum Original.

Der komplette Eigenbau einer 12 motorigen Dornier Do X von Michael Bräuer aus Wiesbaden mit vier Meter Länge und 4,80 Meter Spannweite ließ Luftfahrtgeschichte lebendig werden. Das Flugboot aus dem Hause Dornier wurde ursprünglich 1929 in Altenrhein in der Schweiz gebaut und war seinerzeit das größte Verkehrsflugzeug der Welt. Die Do X konnte 159 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder aufnehmen und startete im November 1930 von Europa aus zu einem Repräsentationsflug nach Afrika, Südamerika und New York. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 175 Stundenkilometer flog das mit 7700 PS angetriebene Flugschiff in fünf bis 15 Meter Höhe über den Atlantik. Drei Maschinen wurden bis 1931 gebaut. Heute können lediglich noch die Trümmer einer havarierten Do X als Relikte einer spektakulären Entwicklung im Dornier Museum in Friedrichshafen besichtigt werden.

Unglücklich endete für den aus Frankreich angereisten William Morbin die Vorführung seines Airbus A 330. Wegen eines technischen Defekts kam das Modell von der Startbahn ab und krachte in die Absperrung. Beschädigungen am Rumpf waren die Folge, doch mit etwas Klebeband waren die Risse schnell geflickt und die Maschine wieder startklar. Dies war jedoch die einzige Havarie, alle 400 Starts und Landungen der beiden Tage gingen ohne Probleme über die Bühne.

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