Vom Diakon zum Pfarrer

Wiesensteig.  Am gestrigen Sonntag ist Diakon Jörg Schaber in einem feierlichen Gottesdienst in Wiesensteig von Dekanin Gerlinde Hühn als Pfarrverweser der evangelischen Gemeinde eingesetzt worden.

Wiesensteig hat wieder einen Pfarrer: Jörg Schaber. Im Rahmen des pfarramtlichen Hilfsdienstes verbindet der 46-jährige Diakon seine Dienstzeit mit einer Ausbildung zum Pfarrer. Dekanin Gerlinde Hühn freute sich gestern bei der Einsetzung, nach einjähriger Vakanz - Schabers Vorgänger, Rudolf Spieth, war auf August 2009 nach Heubach gewechselt - einen neuen Pfarrer in Wiesensteig begrüßen zu können. Und das entgegen ihrer eigenen "Unkenrufe", wie sie selbstironisch einwarf, dass 75-Prozent-Stellen oft nur sehr schwer zu besetzen seien.

In ihrer Ansprache dankte Hühn vor allem den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde, die es mit ihrem "ureigenen" Engagement geschafft hätten, das Gemeindeleben in den langen zwölf Monaten ohne Pfarrer aufrechtzuerhalten.

Als Diakon, der in seiner ehemaligen Gemeinde Rutesheim lange Jahre im Kirchengemeinderat und in der Jugendarbeit tätig war, und als ehemaliger Leiter der Altenhilfe auf der Karlshöhe in Ludwigsburg verfüge Jörg Schaber schon über sehr viel Erfahrung in der kirchlichen Arbeit, sagte die Dekanin. Sie habe ihn als "seelsorgerischen Menschen" kennengelernt, der Menschen begleiten wolle. Trotzdem sei ein so großer Schritt, wie mit 46 Jahren noch einmal einen neuen Beruf zu ergreifen und damit aus der Rolle des Gemeindemitgliedes in die neue Rolle des Pfarrers zu wechseln, verständlicherweise auch immer mit einem gewissen "Zittern und Zagen" verbunden. Dekanin Hühn gab Jörg Schaber deswegen einen Bibelvers aus dem Buch Daniel, der ihn schon seit seiner Einsetzung als Diakon begleitet, mit auf den Weg: "Fürchte dich nicht du von Gott Geliebter! Sei getrost! Sei getrost!"

Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst vom Wiesensteiger Gospelchor AmazSing und dem Posaunenchor des CVJM Rutesheim.


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Autor: STEFANIE SCHMIDT | 06.09.2010

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