Trotz Investitionen schuldenfrei
Drackenstein. Drackenstein wird in diesem Jahr beachtliche Summen investieren und trotzdem schuldenfrei bleiben. Um den Haushalt ausgleichen zu können, wird allerdings eine negative Zuführung nötig sein.
Verbandskämmerer Eugen Gutbrod hatte für die Gemeinderäte eine gute und eine schlechte Nachricht, als er jetzt in Drackenstein den neuen Haushaltsplan einbrachte. Die gute: Die 414-Seelen-Gemeinde bleibt, wie nun schon seit zehn Jahren, schul-denfrei. Sie muss auch keine Kredite aufnehmen, um die geplanten Vorhaben zu finanzieren. Doch ein Wermutstropfen bleibt: Drackenstein muss in diesem Jahr dem Vermögenshaushalt 30 000 Euro entnehmen, um den Haushalt ausgleichen zu können. Das nennt man eine negative Zuführung. Normalerweise fließt das Geld in der umgekehrten Richtung, nämlich vom Verwaltungshaushalt (der sich aus Steuern, Gebühren und Abgaben nährt und aus dem sich der laufende Betrieb finanziert) in den Vermögenshaushalt.
So betrug 2009 die Zuführung an den Vermögenshaushalt noch 48 500 Euro, berichtete Gutbrod. Nach den jetzt vorliegenden Zahlen schmelzen die Schlüsselzuweisungen vom Land von rund 177 800 Euro im vergangenen Jahr auf nunmehr rund 150 300 Euro zusammen. Der Anteil an der Einkommensteuer sinkt auf rund 132 800 Euro - 2009 waren es noch rund 162 400 Euro.
Im Übrigen geht der Kämmerer davon aus, dass sich die Schlüsselzahl für die Gemeinden im Laufe des Jahres noch weiter verschlechtern wird. Nach der mittelfristigen Finanzplanung muss im nächsten Jahr der Vermögenshaushalt mit 105 000 Euro und 2012 mit 28 000 Euro belastet werden, um den Haushalt ausgleichen zu können.
Zugute komme der Gemeinde, dass sie 2008 ein gutes Rücklagenpolster bilden konnte, so der Finanzexperte. Im Jahr 2013 rechnet der Verbandskämmerer damit, dass sich der Verwaltungshaushalt zumindest selbst trägt. Bis dahin will die Gemeinde auch weitere Bauplätze verkauft haben.
Das Investitionsprogramm sieht unter anderem vor, für die Instandsetzung der Gemeindeverbindungsstraßen 60 000 Euro aufzuwenden, für die Gemeindestraßen 10 000 Euro und für die Feldwege 15 000 Euro. Für 2011 sind für die Kanalisierung und Sanierung der Wasserleitung in der Oberen Gasse 140 000 Euro vorgesehen. Dazu komme zwangsläufig noch ein großer Brocken für die Straßeninstandsetzung. Sollte es für Drackenstein finanziell jedoch "enger werden", meint Bürgermeister Klaus-Dieter Apelt, werde diese Maßnahme zunächst fraglich. Für alle Fälle wurden für die Sanierung des Rathauses mit dem schadhaften Gemein-schaftsraum vorsorglich 13 000 Euro in den Haushaltsplan mit aufgenommen.
Abschließend sagte Gutbrod, die Finanzsituation sei "sehr viel schlechter als vor zehn Jahren". Dies sei jedoch in Anbetracht der Krise überall so. Viele Gemeinden seien sogar schon dem Bankrott nahe.
Das Ratsgremium hat nun bis zu seiner nächsten Sitzung Zeit, sich mit dem umfangreichen Zahlenwerk zu beschäftigen. Es wurde jedoch signalisiert, dass der Haushaltplan sowie die Haushaltsatzung wie vorgetragen verabschiedet werden können.
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Autor: JÜRGEN WAHR | 09.02.2010
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