Grünes Licht für Krippe

Deggingen.  Der Degginger Gemeinderat hat sich für die Einrichtung einer Krippengruppe in Reichenbachs katholischem Kindergarten ausgesprochen. Start ist im September. Zudem wird ein Kindergartenbedarfsplan erstellt.

Die Krippengruppe im katholischen Kindergarten Reichenbach startet ab September, je nach Meldeergebnis mit zwischen vier und sechs Kindern. Bauliche Änderungen sind nicht notwendig, die Kleinkinder können problemlos im Bestand untergebracht werden. Der Degginger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung außerdem die Erstellung eines Kindergartenbedarfsplans beschlossen. Die Kommunalentwicklung Stuttgart wird diesen Prozess fachlich begleiten. "Das ist längst überfällig", betonte Bürgermeister Karl Weber.

Den Antrag auf Umwandlung einer bestehenden Kleinkindgruppe in eine Krippengruppe hätte die Verwaltung gerne bis nach der Sommerpause zurückgestellt. Weber berief sich dabei auf die umfangreiche Stellungnahme der Kommunalentwicklung Stuttgart. Der Landtag wolle nach der Sommerpause über Änderungen im Kindergartenbetreuungsgesetz beschließen. Erst danach bestehe laut Weber Klarheit über Stellen, Leistungsanteile und Kostenregelung zwischen Trägern und Gemeinden. Es wäre daher besser, bis dahin beweglich zu bleiben. Nach dem Ausscheiden des bisherigen Leiters der Fachstelle Familie und Bildung, Bernd Schaefer (jetzt Bürgermeister in Mühlhausen), bestehe derzeit außerdem noch ein Vakuum im Rathaus, so der Schultes. Die neue Kraft, die im September ihren Dienst antrete, müsse erst noch eingearbeitet werden.

Das Vakuum wurde vom Gremium auch erkannt - nur: "Warum sollten wir den Antrag zurückstellen, bloß weil das Land nicht in die Gänge kommt?" warf Michael Bittlinger (CDU) ein. Er sah kein Problem darin, die Krippe am Reichenbacher Kindergarten schon jetzt einzurichten. Die Kleinkindbetreuung habe auf ihre Weise schon mehrere Monate gut funktioniert, die nächsten drei Monate würden die Arbeit daher nicht negativ beeinflussen, antwortete Weber. Auch weiteren fachmännischen Rat hätte er noch gerne eingeholt, ohne dass ein möglicher Zuschuss verloren gehe.

Konkret ging es bei der Debatte nicht um Neueinstellungen, sondern um 0,4 Prozentstellen, die mit dem bestehenden Personal abgedeckt werden können bei jährlichen Kosten von 15 000 Euro. Horst Bittner (SPD) betrachtete den mehrseitigen Antrag der Kirchengemeinde Sankt Pantaleon als fundiert genug, um zuzustimmen. "Das orientiert sich am Bedarf", sagte er.

Nicole Kimmel (CDU) stimmte der Verwaltung zu: "Wir sind dabei, einen Bedarfsplan zu erstellen und damit auf Stand Null." Gerade in der Betreuungsfrage sei bundesweit so vieles in Bewegung. Bevor oben keine Beschlüsse gefällt würden, sollte auf lokaler Ebene deshalb nicht entschieden werden. Weber machte anschließend deutlich, dass es in der Krippenfrage weder eine zentrale Lösung fürs gesamte Täle in Frage komme, noch eine Gesamtkrippe für Deggingen. "Wir müssen beide Ortsteile abdecken." Albert Haldenwanger begrüßte die Aussage des Bürgermeisters. Ansonsten schloss sich Reichenbachs Ortsvorsteher aber dem aus der Diskussion heraus entstandenen Antrag an: der Kinderkrippe grünes Licht zu geben, aber hinsichtlich der 0,4 Prozentstellen noch abzuwarten. Bei drei Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat für diese Vorgehensweise aus. Erzieherinnen und Eltern in der Zuhörerschaft applaudierten.


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Autor: BORIS-MARC MÜNCH | 30.07.2010

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