Die meisten sind Pendler

Drackenstein.  Die beiden größten Firmen am Ort sind ein Steinbruch und eine Bauunternehmung. Im Übrigen ist Drackenstein nach wie vor geprägt von einem Dutzend landwirtschaftlicher Familienbetriebe.

Gewerbebetriebe sind in Drackenstein dünn gesät. Das Statistische Landesamt meldet fürs vergangene Jahr 175 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Ort. Davon arbeiteten aber nur 16 in Drackenstein selbst. 159 verdienten ihren Lebensunterhalt auswärts, waren "Berufsauspendler". Neben rund einem Dutzend bäuerlicher Familienbetriebe gibt es in Drackenstein nur zwei größere Firmen, einen Steinbruch und eine Bauunternehmung. Die Inhaber heißen beide Staudenmaier, sind aber nicht miteinander verwandt.

Der Steinbruch von Robert Staudenmaier, in Oberdrackenstein hinter dem Baugebiet Hummelberg in Richtung Hohenstadt gelegen, besteht bereits in der dritten Generation. Als in den 40er Jahren die Reichsautobahn gebaut wurde, hätten rund 30 Leute "im Bruch" ihr Brot verdient, erzählt der Chef. Inzwischen würden beim Steinabbau moderne Maschinen eingesetzt, doch zehn Mitarbeiter hätten bei ihm immer noch ihr sicheres Einkommen, sagt der 42-jährige gelernte Kaufmann. Seine Kunden säßen im Umkreis von 50 Kilometern. Sie holen bei ihm alle Arten von Schotter ab, vor allem für den Straßenbau. Der geborene Drackensteiner, der den Steinbruch von seinem Vater übernommen hat und seit 20 Jahren im Betrieb arbeitet, sieht sich nicht nur als Arbeitgeber und Garant für sichere Arbeitsplätze, sondern auch als größten Steuerzahler der 416-Seelen-Gemeinde.

Das Baugeschäft von Hans Staudenmaier in Oberdrackenstein erledigt im Tief- und Straßenbau nicht nur sämtliche Arbeiten auf diesem Gebiet im Umkreis von zirka 40 Kilometern. Die Gemeinde selbst ist auch froh, diese Firma am Ort zu haben. Hansi, wie der gelernte Straßenbau- und Maurermeister von den meisten Drackensteinern liebevoll genannt wird, ist in der Ge-meinde überall dort, wo er gebraucht wird. So ist der 40-jährige Unternehmer mit seinem zehnköpfigen Team unter anderem für den Notdienst bei Rohrbrüchen zuständig. In der Regel muss dann aufgegraben und anschließend die Straße schnellstens wieder in Ordnung gebracht werden. Gerade jetzt im Winter sind die Drackensteiner froh, wenn der Stimmenkönig des Gemeinderats bereits früh morgens die Wege und Straßen des Ortes mit seinem Unimog von den Schneemassen befreit und sie wieder passierbar gemacht hat.


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Autor: JÜRGEN WAHR | 19.03.2010

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