Debatte um Mobilfunk-Antenne
Bad Ditzenbach. Der Ditzenbacher Gemeinderat macht doch keinen Rückzieher: Vodafone darf somit weiterhin eine Mobilfunk-Antenne auf dem Rathausdach errichten.
Noch der "alte" Ditzenbacher Gemeinderat hatte im November 2004 beschlossen, mit Vodafone einen Mietvertrag abzuschließen, nach dem der Mobilfunkanbieter eine Funkantenne auf dem Rathausdach errichten darf. Die Station ist noch nicht eingerichtet; Vodafone zahlt jedoch schon monatlich 50 Euro Miete, die sich auf 3500 Euro jährlich erhöhen, wenn die Antenne steht. Bürgermeister Gerhard Ueding informierte, dass beide Vertragspartner den Vertrag mit einer Frist von zwölf Monaten kündigen können, eine ordentliche Kündigung sei jedoch erstmals zum 31. Dezember 2014 möglich. Auf Antrag des neuen Gemeinderates wurde jüngst darüber beraten, ob dieser Vertrag gekündigt werden sollte. Der Bürgermeister sieht in der Funkstation - er sitze dann ja direkt darunter - keine gesundheitliche Beeinträchtigung. Zudem könne der Gemeinde durch eine Kündigung ein finanzieller Schaden entstehen, warnte Ueding.
Günther Burkhardt war da anderer Meinung. In seinen Augen ist die 100-prozentige Sicherheit bis heute noch nicht erwiesen. Im Vertrag stehe auch nichts, wie Vodafone reagiere, wenn sich die Richtlinien änderten. Auf Uedings Argument, dass der frühere Rat dem Vertrag ja bereits zugestimmt habe, meinte Burkhardt, dass der jetzige Rat dies vielleicht anders sehe. Er stellte daher den Antrag zum Zeichen an die Bevölkerung, dass der Gemeinderat es ernst nehme mit möglichen Strahlenschädigungen, schon jetzt vorsorglich auf Ende 2014 zu kündigen. Wenn Vodafone die vorgezogene Kündigung erhalte, würden sie erst gar nicht bauen.
Im freien Gelände wie in Auendorf verursachten die Funkmasten keine Schädigungen, im Wohngebiet sei das bestimmt anders, meinte Otto Lamparter. Er stellte den Antrag, den Vertrag mit der Vodafone zu kündigen. Nachdem Ueding darauf hingewiesen hatte, dass der Gemeinde im Falle einer Kündigung durch Ausfall der Miete wirtschaftliche Nachteile entstehen, zog Lamparter "aus strategischen Gründen" seinen Antrag zurück. Burkhardts Antrag, auf 2014 zu kündigen, bekam keine Mehrheit. Somit bleibt der Vertrag bestehen.
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Autor: BERNWARD KEHLE | 09.12.2009
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