Ausnahmezustand in Hausen: Ansturm auf Bauernmarkt

Hausen.  In Hausen wurden gestern die Parkplätze knapp. Auf den Bauernmarkt strömten die Besucher in hellen Scharen. Sie genossen die Sonne, regionale Produkte und beste musikalische Unterhaltung.

In Hausen herrschte gestern Ausnahmezustand. Der fünfte Bauernmarkt in dem Bad Überkinger Ortsteil lockte bei strahlendem Sonnenschein tausende Besucher ins Gewerbegebiet. Höchst zufriedene Gesichter beim Obst- und Gartenbauverein Hausen. "Wir haben den Markt um einige Wochen vorverlegt, weil es Ende September immer schon recht kalt war und wir auf etwas freundlichere Temperaturen hofften", begründet Vorsitzender Karl-Heinz Hof die nunmehr frühere Terminierung. Eine gute Entscheidung, wie sich jetzt zeigte.

Das Bauhofgebäude musste diesmal nicht für die Besucher geräumt werden, dazu stand heuer ein 600-Mannzelt auf einer Wiese im Gewerbegebiet. Dort wurde das Festwochenende bereits am Samstagabend mit der Tanzband Slow Motion eingeläutet. Im Lauf des Abends kamen immer mehr Gäste. Und wenn die Bänke doch verwaist waren, dann nur, weil so viele Tanzfreudige die Stabilität des Bretterbodens vor der Bühne testeten.

Kaum hatte der Letzte das Festzelt verlassen, trafen schon die ersten sonntäglichen Gottesdienstbesucher ein. Anschließend eröffnete Bürgermeister Matthias Heim den Markt - ein erfolgreiches Festwochenende nahm seinen weiteren Lauf.

Aus nah und fern kamen die Besucher, um durch das Areal zu schlendern. Unzählige regionale Produkte gab es zu bestaunen, probieren und natürlich zu kaufen. Die Weihnachtszeit ist zwar noch fern, dennoch gingen die selbst gemachten Holzkerzen, die der Hausener Kindergarten offerierte, weg wie war- me Semmeln. Daneben Stände mit Töpferware, Gefilztem, Schmuck. Und hier? Hans Zehrer hält an seinem Stand mit Sommer-, Tannen-, Blüten- und Rapshonig ein antik anmutendes Gerät in Händen, nämlich eine Wachs-Lötlampe. Der Imker zeigte, wie man damit Wachsplatten in einem Rahmen befestigt.

Einige Meter weiter gab es derweil eine Chutneyverköstigung. Zwetschgen, Aprikosen, Mango, Paprika, Zwiebel - alles verarbeitet Petra Hofweber zu schmackhaften süß-sauren Saucen. Hin und wieder verschwand sie in einer Rauchwolke. Denn Matthias Bopp hatte seinen Räucherofen in unmittelbarer Nähe aufgestellt. Der 21-jährige Fischwirt räucherte Aale und Forellen über Buchenholz.

Andere Händler offerierten an ihren Ständen Hopfen, Kräuter, Gewürze, Käse, Holzofenbrot, Pilze, Hochprozentiges. Auch ein Löffelschnitzer war da: Thomas Dobrowitz aus Schorndorf ist Gast beim Geislinger Brauchtumsverein "Die Helfensteiner", der ebenfalls in Hausen seine Zelte aufgeschlagen hatte. Aus Kirschbaum-, Nuss-, Weide- und Birkenholz sind die Löffel, die der Handwerker an seiner Schnitzbank bearbeitet.

Auch sämtliche im Hausener Gewerbegebiet ansässigen Betriebe zeigten ihre Produkte und ließen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Ob Holz- oder Heizungsbau, Schreinerei, Autos und Fahrräder. Es gab viel zu bestaunen, zu erfahren und natürlich nahm man sich auch die Zeit für ein Schwätzchen mit Freunden und Bekannten.

Bereits zur Mittagszeit war das Festzelt proppenvoll. Norbert Reiff und seine Musikanten spielten zum Frühschoppen auf. Erneut waren viele Oldtimerfreunde zu Gast, aus Bartenbach, Gingen und Sinabronn. Laut knatternd präsentierten sich die Traktoren bei einer Rundfahrt durch Hausen.

Am Nachmittag übernahmen die Wilden Gesellen aus Reichenbach den musikalischen Part im Festzelt. Beim großen kulinarischen Angebot und bester Stimmung blieben die Marktbesucher lange gemütlich sitzen.


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Autor: JUTTA HELL | 06.09.2010

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