Auch eine Herde Kühe tummelte sich in der Halle

Hausen. 

Der Abend begann mit einer kummervoll zur Eingangstür blickenden Polizistin. Die Faschingsorganisatorin des Schieß- und Sportvereins Hausen, Andrea Schmid, war sich sicher: Die Gymnastikhalle wird mit einer geschätzten Besetzung von drei Fasnetsnarren nahezu verwaist bleiben. Weit gefehlt! Nach einer harten Arbeitswoche benötigte man am Freitagabend eben etwas mehr Zeit, um in die Gänge, beziehungsweise die Kostüme zu kommen. Aber dann gab es kein Halten mehr und die Narren stürmten zur Hausener Fasnet. Obwohl das Motto "Kommat wie ihr wellat" lautete, hatte man den Eindruck, das Thema war: "Tiere auf dem Bauernhof". Unzählige Kühe tummelten sich auf der Faschingsparty. Hätte man alle eingesammelt, es wäre locker eine Herde daraus geworden. An Milch aber hatte keiner Interesse, die Alternativen an der von den aktiven Fußballerinnen in Schuss gehaltenen Bar, waren zu verlockend. Ein Schäfer tauchte mit nur einem Schaf auf. Auch das fand einige Artgenossen. Udo Lindenberg lehnte lässig an der Wand, ein Heiratsschwindler trieb sein Unwesen und versuchte es bei Rotkäppchen. Das aber wollte sich partout nicht vom Wolf trennen.

Wer mit dem Landvolk nichts anfangen konnte, durfte sich an der Wasserwelt mit Nixen und Wassergöttern erfreuen. Ein Neptun sorgte mit auf dem Dreizack aufgespießten Shrimps für das leibliche Wohl der Partygäste. Eventuell auftauchende Eiweißallergien hätten rasch behandelt werden können, schließlich befanden sich auch zwei Krankenwagen im Saal.

Und was war das? Eine Art Aliens mit knallfarbigen "Ganzkörperkondomen" zogen die Blicke auf sich. Aber nur bis Obelix Melli auftauchte, die mit einem besonders gelungenen Bauch punktete. Kein Wunder, darin befand sich schließlich der jüngste Fasnetsnarr. Er soll im März das Licht der Welt erblicken.

Resümee: Eine rauschende Partynacht, die erst zu Ende ging, als die Musikanlage von DJ Zorro, alias Thomas Bunth, in den frühen Morgenstunden glühte und die Bardamen erschöpft die letzten Gläser ins Spülbecken gleiten ließen. Und Andrea Schmid schloss lächelnd die Tür.


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Autor: JUTTA HELL | 09.02.2012

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