Stuttgarter Touristiker hoffen auf neues Kongresszentrum

Viele Hallen, neue Hotels: Der Messestandort Stuttgart könnte bald noch mehr durchstarten – wenn da nicht die Debatten um Feinstaub und S21 wären.

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Armin Dellnitz will ein neues Kongresscenter.  Foto: 

70 Prozent aller Übernachtungsgäste kommen nicht nach Stuttgart, um ihre Freizeit dort zu verbringen – sondern um zu arbeiten. Und etwa ein Drittel dieser Business-Gäste besucht Tagungen, Kongresse oder Messen in der Landeshauptstadt. Insofern ist der Messe- und Kongressbereich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wie sich die Region Stuttgart hier aufstellt und welche Strategien es für die Zukunft gibt, war Thema beim „Tourismustag  Region Stuttgart“ gestern in der IHK.

Armin Dellnitz, Geschäftsführer von Stuttgart Marketing, stellte dabei in seinem Vortrag dar, wie attraktiv die Region in welchen Bereichen für Kongressveranstalter ist. Es ging beispielsweise um die Kriterien Infrastruktur, Image oder Nachhaltigkeit.

Der Touristik-Chef gab zu, dass Stuttgart mit Flugzeug und Bahn gut erreichbar ist, die Staus jedoch von einigen als Handicap wahrgenommen werden.

Dagegen präsentierte er aber ein beachtliches Angebot an Veranstaltungsorten für Tagungen und Kongresse: Die Stadt hat elf solcher Häuser zu bieten, die Region 94. Dellnitz sieht einen Vorteil der Region Stuttgart in der engen Vernetzung mit Wissenschaft und Wirtschaft. Auch das Image in diesem Bereich sei gut. „Aber wir haben nicht so ein stark touristisch ausgeprägtes Image, wie wir es uns wünschen.“ Es sei klar, dass sich ein Kongressveranstalter, wenn andere Faktoren vergleichbar sind, für den Ort mit einem guten touristischen Image entscheidet.

Geht es um das Image Stuttgarts, kommt man um die Themen Feinstaub und Stuttgart 21 nicht herum. Dellnitz ist es jedoch leid, vom „umstrittenen Bahnprojekt“ zu hören und forderte, nach vorn zu schauen. Gleiches war in der anschließenden Diskussion aus der Hotelbranche zu hören. „Es würde mich freuen, wenn die Diskussionen über Feinstaub und S21 aufhören würden“, sagte Bernd Schäfer-Surén, Generaldirektor des Le Méridien.

Den Blick in die Zukunft gerichtet, ging Dellnitz gegen Ende seines Vortrages auf die Bettenzahl ein. „In den nächsten drei bis vier Jahren werden etwa 5000 neue Betten in der Region Stuttgart entstehen“, sagte der Tourismus-Chef. Man solle sich nicht darüber beklagen, sondern diese Phase nutzen, um den Tourismus weiter zu entwickeln.

Es entstehen aber auch Hotels, die nicht für Tagungen geeignet sind. Dadurch ist der Bedarf an Veranstaltungsorten für Kongresse gestiegen, was Dellnitz in seinem Streben nach einem neuen Tagungs- und Kongresscenter in der Innenstadt nur bekräftigt. Diese Vision kam bei Publikum und Diskutanten gut an.

Etwa bei Wolfgang Kerkhoff von der Agentur Eurokongress, die große Tagungen organisiert: „Wenn Stuttgart in die Richtung eines innerstädtischen Kongresszentrums geht, ist das sicher der richtige Weg.“ Und Dellnitz, der seit Jahren darauf hinarbeitet, stellte klar: „Ich bin praktisch sicher, dass es kommen wird.“ Er sei in engem Kontakt mit Bürgermeister Michael Föll und wisse das Projekt in guten politischen Händen.

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