Stuttgart wahrt Ruf als Einkaufsstadt

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IHK-Präsidentin Marjoke Breuning fordert Planungssicherheit.  Foto: 

Dreckigste Stadt Deutschlands, Stau-Hauptstadt der Republik  – die Titel, die Stuttgart in den vergangenen Jahren gesammelt hat, tragen nicht dazu bei, Besucher anzuziehen. Doch den Ruf als Einkaufsmetropole schmälert das nicht. Nach einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, die am Montag vorgestellt wurde zieht die Landeshauptstadt viele Kunden auch außerhalb der Region an.

„Die Stuttgarter Einzelhändler erzielen gut 22 Prozent mehr Umsatz, als nach den Einkommensverhältnissen der Stuttgarter Einwohner zu erwarten wäre“, heißt es in der Untersuchung der Kammer. Damit liege Stuttgart bei der sogenannten Kaufkraftbindung unter den 15 größten deutschen Städten auf dem zweiten Platz. Dieser Wert gibt an, in welchem Umfang der Einzelhandel einer Stadt die dort vorhandene Kaufkraft abschöpfen kann.

Nach Einschätzung der IHK ist das gute Abschneiden von Stuttgart als Top-Einkaufsstadt um so erstaunlicher, weil die Region auch in Sachen Einzelhandel sehr dezentral aufgestellt ist. Zwar ist Stuttgart mit fast fünf Milliarden Jahresumsatz der dominierende Standort, doch auch in der Stadt Ludwigsburg, der Nummer zwei im regionalen Ranking,  wird für fast eine Milliarde Euro jährlich eingekauft. Dahinter folgen Sindelfingen (668 Millionen Euro), Esslingen (632) und Göppingen (556).

Und pro Kopf gerechnet setzt der Einzelhandel in den Mittelstädten sogar deutlich mehr um als in Stuttgart. Sindelfingen und Ludwigsburg liegen da an der Spitze, Stuttgart nur auf Platz sieben. Der Grund dafür dürfte sein, dass die beiden Spitzenreiter mit dem Breuningerland und einer Ikea-Filiale über hohe Anziehungskraft in der Region und darüber hinaus verfügen.

Dass es dem Einzelhandel so gut geht, liegt nicht zuletzt an der hohen Kaufkraft der Bevölkerung. Den Einwohnern der Region stehen laut IHK für Einkäufe  im laufenden Jahr rund  19,8 Milliarden Euro zur Verfügung.

Um die gute Situation für den Einzelhandel zu erhalten, fordert IHK-Präsidentin Marjoke Breuning akzeptable Rahmenbedingungen für die Branche, vor allem Planungssicherheit. Diese dürfe nicht  – beispielsweise durch Fahrverbote – beeinträchtigt werden, fordert die Mitinhaberin eines Stuttgarter Wäschegeschäftes.

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