Noch geht es nicht ganz ohne Personal

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Zögerlich nähern sich zwei Geschäftsleute mit ihren schwarzen Koffern dem neuen Schalter an Terminal 1 des Stuttgarter Flughafens. Sie werfen einen Blick auf ihre Bordkarte, schauen auf die neuen Vorrichtungen, dann wieder auf die Bordkarte. Eine Angestellte der Fluggesellschaft Eurowings schaltet sich ein und erklärt die Funktionsweise. Wenige Sekunden später sind die beiden Männer fertig und bummeln Richtung Sicherheitskontrolle, während ihre frisch markierten Koffer auf dem Laufband wegrollen.

Seit Mitte April bietet die Fluggesellschaft Eurowings Passagieren an, ihr Gepäck selbst aufzugeben. Dabei handelt es sich um einen bundesweit einmaliges Pilotversuch. Fünf „Self-Bag-Drop“-Schalter sind für den Versuch reserviert. Optisch unterscheiden sie sich kaum von normalen Schaltern. Nur ein kleiner weißer Automat ist hier vorgeschaltet. Der zweite, entscheidende Unterschied: Es sitzen keine Menschen mehr dahinter.

Das könnte man als konsequenten Schritt bezeichnen, denn bereits seit Jahren nutzen die meisten Fluggäste die Möglichkeit, online einzuchecken. Für die Airlines liegen die Vorteile auf der Hand: Für die Passagiere geht’s schneller, sie selbst benötigen weniger Personal. Ähnliche Vorteile habe der Self-Bag-Drop, sagt Flughafen-Pressesprecher Johannes Schumm.

Ganz ohne Personal läuft die Sache zumindest in der Pilotphase aber noch nicht ab. Zwei Angestellte von Eurowings stehen vor den Schaltern bereit, werfen einen Blick auf den Personalausweis der Passagiere und helfen, wenn sie Probleme mit der Technik haben. Besonders komplex ist der Ablauf jedoch nicht.

Passagiere scannen ihre Bordkarte (ausgedruckt oder auf dem Smartphone) und klicken sich am Bildschirm durch eine leicht verständliche Anleitung. Sie stellen ihr Gepäck aufs Laufband und bringen dann den „Tag“, also das Klebeband, das ihr Gepäck mit einem Barcode markiert, an ihren Koffern und Reisetaschen an. Schließlich beenden sie den Vorgang wieder am Computer.

Eurowings ist momentan der Pionier des „Self-Bag-Drop“, weil die Fluggesellschaft als einzige die entsprechende Technik besitzt. Im Sommer ziehen voraussichtlich weitere Airlines nach, in Terminal 3 sind vier weitere Schalter geplant. Auch in Köln und Düsseldorf kann man seine Koffer voraussichtlich ab Sommer selbst auf die Reise schicken. Bis dahin haben die Schalter in Stuttgart vielleicht mehr Zulauf. Bislang jedenfalls macht die Mehrheit der Passagiere noch von der alten Methode Gebrauch und lässt sein Gepäck von Angestellten verschicken.

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