Schwiegertöchter, Schwiegermütter und andere

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Helga Tonnier vom Frauentreff-Team der evangelischen Kirchengemeinde Amstetten begrüßte bei der jüngsten Zusammenkunft schon zum wiederholten Mal Monika Ramsayer aus Königsbronn als Referentin. So konnte diese ohne viel Vorrede gleich in das Thema des Tages einsteigen. "Schwiegertöchter, Schwiegermütter und andere Verwandte", diese Konstellation gibt es auch in der Familie Ramsayer - und wie in jeder anderen Familie gibt es auch dort Spannungen. Doch Monika Ramsayer hat eine Freundin Gisela, die ihr immer wieder hilft, damit besser fertig zu werden. Niemand kann so verletzen wie die Familie. Doch Verletzungen kann man heilen. Die Familie ist Quelle des Glücks, sie bedeutet aber auch Arbeit - ein Leben lang. Familiengefüge seien so unterschiedlich wie Nadelbäume und Laubbäume, sagte Ramsayer. Wenn dann ein Ast einem anderen Baum aufgepfropft werde, komme es oft zu Schwierigkeiten. Für ein besseres Zusammenwachsen seien Regeln, Räume und Rituale von Vorteil.

Regeln, die es in jeder Familie gibt, sollten besprochen und aufgearbeitet werden. Wie geht man in der Familie mit Schuld und Vergebung um? Wie geht die Familie mit Ehrlichkeit um, wie viel Gefühl zeigt man in ihr, wann werden Masken aufgesetzt? Junge Frauen sind heute viel selbstbewusster und suchen keine Ersatzmutter.

Räume sind wichtig, sagt die Referentin. Räume, die jeder braucht. Doch dies bedeute, Grenzen zu ziehen. Erwartungen an Schwiegermütter als Babysitter und an Schwiegertöchter als fest gebuchte Weihnachtsgäste seien oft eher Bevormundung und Diktat. Viel besser sei die freiwillige Entscheidung, die es ermöglicht zu sagen: "Ja, gerne - aber ..." Es sei wichtig, sich nicht überrollen zu lassen. Ramsayer ist der Meinung, dass man in der Familie das Selbstmitleid über Bord werfen muss, um für den jeweils anderen Verständnis aufzubringen. "Anderen zu dienen ist die Miete für das Zimmer, das ich hier auf Erden bewohne", zitierte sie den ehemaligen Boxer Muhamed Ali.

Dritter Punkt in Ramsayers Vortrag waren die Rituale. Sie seien sehr wichtig und täten der ganzen Familie gut. Die Referentin forderte dazu auf, den Platz anzunehmen und Aufgaben fest einzuplanen. Mit Kindern und Enkeln Zeit zu verbringen, bedeute eine Absage an die Bequemlichkeit. Anderen Gutes zu tun, könne das Familiengefüge ändern. Dankbarkeit für die Familie halte auch das Selbstmitleid auf.

Ramsayer ist es außerdem wichtig, für die Familie zu beten. Ihr Familien-Slogan lautet: "Da freue ich mich mit" und "das gönne ich mir". Hinfallen sei erlaubt, aber danach sei es wichtig wieder aufzustehen. Sie forderte dazu auf, ein Licht in diese Welt auszustrahlen. Dabei könne man auf die Hilfe Gottes vertrauen.

Helga Tonnier dankte Ramsayer mit einem Frühlingsstrauß für den Vortrag zu einem interessanten und die meisten Familien betreffenden Thema. Die zahlreichen Gäste, darunter die besonders eingeladenen Amstetter Landfrauen, sparten nicht mit Beifall.

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