Giganten der Luft über der Alb

Fans großer Flugmodelle kamen am Wochenende voll auf ihre Kosten. Beim Airlinertreffen in Oppingen bestimmten Jumbo, Airbus und Superconstellation das Geschehen am Himmel.

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  • Adi Pitz schiebt seine Boeing 747-400  mit 4,95 Metern Spannweite  zum „Hangar“ auf dem Oppinger Flugplatz. 1/2
    Adi Pitz schiebt seine Boeing 747-400 mit 4,95 Metern Spannweite zum „Hangar“ auf dem Oppinger Flugplatz. Foto: 
  • Die Concorde war auf dem „Flughafen Oppingen“ gleich doppelt vertreten. 2/2
    Die Concorde war auf dem „Flughafen Oppingen“ gleich doppelt vertreten. Foto: 
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Alle zwei Jahre verwandelt sich der beschauliche Segelflugplatz der Fliegergruppe Gingen in Oppingen in ein Mekka für Freunde großer Flugmodelle. Rund 50 Piloten aus ganz Deutschland, Schweden, Österreich, Frankreich, der Schweiz und Russland sowie tausende von Zaungästen verfolgten drei Tage lang das Geschehen am Boden und Himmel. Unter fachkundiger Moderation von Jo Nüssler und Jochen Friess drehten über 60 originalgetreue Nachbauten im Kleinformat bei durchwachsenem Wetter ihre Runden in luftiger Höhe.

Darauf kann Adi Pitz, Organisator und vor sechs Jahren Initiator  des ersten Airlinertreffens stolz sein. Inzwischen hat sich Oppingen zum weltweit größten Event  entwickelt und der Zulauf wächst von Mal zu Mal. „Es hat sich herumgesprochen und der kleine Kreis, der sich dem Bau großer Flugmodelle verschrieben hat, findet hier Gleichgesinnte zum Fachsimpeln und Kontakte knüpfen“, sagt Pitz. Und alle haben eines gemeinsam. Sie investieren eine Menge Zeit und Geld in ein Modell, von dessen Original sie fasziniert und begeistert sind.

Adi Pitz ist dabei keine Ausnahme. Mit seiner 5,43 Meter langen Boeing 747-400 mit einer Spannweite von 4,95 Metern präsentiert er einen  fliegerischen Superlativ, der nicht nur in Oppingen Maßstäbe setzt. „Für mich war immer faszinierend, wie majestätisch langsam und schön die 747 in den Himmel steigt oder landet“, sagt Pitz. 2009 machte sich der passionierte Modellbauer an die Verwirklichung seines Traumes. Sechs Jahre später hob sein 77 Kilogramm schwerer, vierstrahliger Megaflieger zum Jungfernflug ab. Viel Geld und Zeit blieben bis dahin auf der Strecke, doch das Passagierflugzeug im Maßstab 1:13 ist der Hingucker schlechthin.

Zum Jungfernflug auf die Alb

In Wiener Dialekt präsentiert Uwe Zorn aus der österreichischen Hauptstadt seinen Airbus A 340. Vor fünf Jahren kaufte er das bis dahin bereits 25 Jahre alte Modell und baute es in mühevoller Kleinarbeit um. Anstelle der vier Kolbenmotoren mit Propellern rüstete er den Airbus getreu dem Original mit Strahltriebwerken aus, sanierte und lackierte den in die Jahre gekommenen Airliner. Erst vor Kurzem hat er ihn fertiggestellt. Zum Jungfernflug kam er extra nach Oppingen, wobei er nicht selbst die Fernsteuerung bedient. „Ich bin viel zu nervös und habe deshalb einen erfahrenen Piloten mitgebracht“, sagt Zorn. Als der Airbus von der kurz gemähten Wiese abhebt, ist der Traum von Uwe Zorn Wirklichkeit geworden.

Mit einer vollständig selbst gebauten McDonnell Douglas MD-11 im Maßstab 1:16 ist Norbert Rauch aus Düsseldorf angereist. 18 Monate Arbeit hat er in das Modell aus Styropor, Balsaholz und glasfaserverstärktem Kunststoff gesteckt. Doch im Gegensatz zum Original, das mit drei Düsen ausgestattet ist, fliegt Rauchs MD-11 nur mit einem Triebwerk, das hinten im Seitenleitwerk untergebracht ist. Die Schubleistung beträgt 160 Newton oder 16 Kilogramm, was nach Rauchs Worten für das 23 Kilogramm schwere Modell völlig ausreichend ist. Zehn Minuten kann der Flieger in der Luft bleiben, dann sind die mitgeführten vier Liter Treibstoff verbraucht.

Legendär ist die Lockheed Superconstellation, die in Oppingen gleich mehrfach in unterschiedlichen Maßstäben vertreten war. Die viermotorige Maschine vom amerikanischen Hersteller Lockheed war ein Langstreckenflugzeug mit einer Reichweite von über 6000 Kilometern bei einer Reisegeschwindigkeit von 480 Stundenkilometern.  Die 18-Zylinder Doppelsternmotoren dieses Airliners erwiesen sich allerdings als wartungsintensiv und störanfällig. Fast bei jedem dritten Flug fiel ein Motor aus, was dem Flieger den spöttischen Beinamen „beste dreimotorige Maschine der Welt“ einbrachte.

Im Gegensatz dazu blieben die Piloten in Oppingen von Motorausfällen weitgehend verschont. Bis auf ein paar wenige unsanfte Landungen und Blessuren infolge von Unachtsamkeit knüpft das diesjährige Airlinertreffen nahtlos an die bisherige Erfolgsgeschichte an.

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