Ein Stück mehr Gerechtigkeit

Seit 15 Jahren gibt es jeden ersten Freitag im Monat in Westerheim einen Basar mit fair gehandelten Produkten.

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Einmal im Monat kann man im Westerheimer Weltladen fair gehandelte Produkte kaufen. Foto: Brigitte Scheiffele  Foto: 

Wieder einmal stehen zwei große Tische für die Kunden des Weltladens in Westerheim bereit: Zum Einkaufen fair gehandelter Produkte in der evangelischen Kirche gehören nämlich auch Begegnung und Gespräch. Deswegen gibt es immer Kaffee und Kuchen, weswegen der Weltladen auch zu einer Anlaufstelle für ältere Bürger aus Westerheim und der Umgebung geworden ist.

Der Warenverkauf steht also nicht allein im Vordergrund, sondern ebenso die Information zu Produkten aus Asien, Afrika oder Lateinamerika und den Menschen, die sie erzeugen. Immer handelt es sich dabei um Produzenten, die wirtschaftlich und politisch benachteiligt sind.

Entlang des Fensters haben Renate Riek und Gaby Grupp an diesem Freitag die Waren ausgelegt: Einerseits die klassischen Agrarprodukte wie Reis (Burundi), Kaffee, Tee (aus Peru), Kakao und Schokolade, viele Gewürze, Zucker und getrocknete Früchte. Andererseits auch Schals, Ledertaschen (aus Indien), Taschen aus alten Futtersäcken, Schmuck oder kleine Körbe.

Damit wirbt das Westerheimer Team für fairen Handel und mehr Gerechtigkeit, damit Menschen ein Auskommen in ihrer Heimat ermöglicht wird. Vor allem Kleinbauern, Genossenschaften, Handwerker, Plantagenarbeiter und kleine Firmen sind die Handelspartner eines weltweiten Zusammenschlusses von Fair-Handels-Organisationen.

 Das ökumenische Team, das den Westerheimer Weltladen betreibt, existiert allerdings schon viel länger: Als während des Kosovokonflikts, vor allen Dingen aber mit Kriegsbeginn 1998, Hunderttausende Einwohner des Kosovo auf der Flucht waren, bildete sich erstmals ein Asylkreis für etwa 20 nach Westerheim geflüchtete Menschen aus dem Kosovo. Die meisten seien, bis auf zwei Familien, wieder in ihre Heimat zurückgegangen, berichtet Renate Riek. Insgesamt kehrten nach Angaben der UNHCR nach dem Ende des Krieges fast 825 000 Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurück. Da die Mitglieder des Asylkreises Westerheim dann in dieser Form nicht mehr gebraucht wurden, rief Magdalene Renz mit sechs weiteren Frauen den Weltladen ins Leben – allesamt engagieren sich in der Hoffnung, die Welt ein bisschen gerechter zu machen.

Info Sei knapp 15 Jahren organisiert ein kleines Team um Magdalene Renz den ökumenischen Weltladen in Westerheim. Jeden ersten Freitag im Monat bieten sie auf dem Bazar in der evangelischen Kirche fair gehandelte Produkte an. Der Weltladen ist auch auf dem Westerheimer Weihnachtsmarkt am 2. Advent dabei.

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