Die Hiltenburg – eine „Kampfburg“

Seit dem elften Jahrhundert wurde auch die Hiltenburg mit Katapulten beschossen. Mit Armbrüsten verteidigte man sich dann besonders effektiv.

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Eiserne Radsporen, Armbrustgeschossbolzen und ein Hufeisen aus der Rüstkammer der hochmittelalterlichen Hiltenburg. Foto Katja Bode  Foto: 

Die Bezeichnung Hiltenburg wurde früher mit dem Personennamen „Hilto“ in Verbindung gebracht. Neben der Deutung als „Burg des Hilto“ steht  inzwischen die Ableitung vom althochdeutschen „hiltia“ für Kampf und somit eine Interpretation als „Kampfburg“ zur Diskussion.

Die Hiltenburg war zu allen Zeiten ein Wehrbau mit offensiven und defensiven Aufgaben. Bei Konflikten konnte sie Ausgangsbasis für Angriffe oder Zentrum der Verteidigung werden. Es gibt jedoch keine Hinweise, die ein solches Ereignis belegen. Die Wehranlage auf dem Schlossberg lag derart exponiert, dass potenzielle Belagerer schnell den Mut verloren. Seit dem elften Jahrhundert wurden Burgen bei Belagerungen mit Katapulten beschossen. Auf solche waffentechnische Neuerungen reagierte man mit der Verstärkung der Befestigungen. Der Einsatz weitreichender Armbrüste erwies sich im Verteidigungsfall als besonders effektiv. Dies machte den Einbau geeigneter Schießscharten erforderlich.

Solche wehrtechnischen Veränderungen gab es auch auf der Hiltenburg. Dies belegen mehr als 50 Armbrustgeschossbolzen aus Eisen, die bei den Ausgrabungen im Burgareal geborgen wurden. Als Teil einer Armbrust hat sogar eine aus einer Geweihscheibe gefertigte „Nuss“ die Zeiten überdauert. Sie hielt die Sehne fest, bis sie durch den Abzugshebel gelöst wurde und somit den Pfeil abschoss. Auch andere Bodenfunde geben Anhaltspunkte zum Waffenarsenal der hochmittelalterlichen Hiltenburg. Das eiserne Ortband einer Schwertscheide gehörte zur Ausrüstung eines Ritters im 11. oder 12. Jahrhundert. Aus dem gleichen Zeithorizont stammen Zierstücke vom Rüst- und Zaumzeug. Dazu gehört ein runder Bronzebesatz mit der Darstellung eines  Löwen oder eines Greifs. Ross und Reiter werden auch durch die Funde von Hufeisen greifbar. Hinzu kommen Reitersporen mit Stachel und Radsporen aus Eisen, 14. Jahrhundert. In die gleiche Zeit weisen auch eiserne Harnischplatten als Bestandteile von Rüstungen. Einzelne Platten sind sogar mit floralen Mustern verziert. Aus der Rüstkammer der Burg stammen auch eine Dolchklinge und eine gewaltige Lanzenspitze aus Eisen. Außerdem fanden sich mehrere Gürtelschließen und Zierbeschläge vom Rüstzeug. Ankömmlinge auf der Hiltenburg meldeten die Torwachen mit Wächterhörnern aus gebranntem Ton. Zwei Bruchstücke von solchen Signalinstrumenten sind erhalten geblieben.

Mit dem Aufkommen von Feuerwaffen veränderte sich seit dem 14. Jahrhundert nicht allein die Wehrarchitektur der Burgen grundlegend, sondern auch deren Rüstkammern.

Appetithäppchen

In loser Folge veröffentlichen wir an dieser Stelle „Appetithäppchen“ aus der Ausstellung „Wutherey“  – Die Zerstörung der Hiltenburg 1516“, die zurzeit im Haus des Gastes in Bad Ditzenbach zu sehen ist. Jeden Sonntag werden um 15 Uhr öffentliche Führungen angeboten.

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