Die Haushaltszahlen und der Babyboom

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Im Nellinger Kindergarten „Haus der kleinen Bären“ wird der Platz für die Kleinkinderbetreuung eng.  Foto: 

Für die meisten Menschen ist der Haushalt einer Gemeinde ein Buch mit sieben Siegeln – auf Hunderten Seiten nur Zahlen über Zahlen. Doch wer genau hinsieht, der kann viele Entwicklungen in der Kommune an ihnen ablesen. So auch in Nellingen. Dort brachte Kämmerer Werner Zimmermann seinen Zwischenbericht zum aktuellen Haushaltsjahr auf einen Nenner: „Ich bin sehr zufrieden. Wir sind auf Kurs.“ Zusammen mit der Vorstellung der Jahresrechnung 2016 nahmen die Finanzen einen breiten Raum der gut dreistündigen Gemeinderatssitzung am Montagabend ein.

Doch was steckt nun hinter den nackten Zahlen? Ein Beispiel:  Aufgrund der wirtschaftlich guten Lage sind in den ersten neun Monaten des Jahres die eigenen Steuereinnahmen der Gemeinde gestiegen: Bei den Grundsteuern rechnet Zimmermann mit Mehreinnahmen von 13 000 Euro. Mehr Grundsteuern bedeutet auch mehr Häuslesbesitzer. Gerade in Nellingen ist die Nachfrage an Baugrundstücken hoch. Jede Woche melden sich Interessenten bei Bürgermeister Franko Kopp. Für das neueste Baugebiet „Bruckäcker V“, das derzeit erschlossen wird, hat der Schultes schon 18 der 29 Bauplätze verkauft. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Bauherren um junge Familien. Und das wiederum hat Auswirkungen auf die Kinderbetreuung. In Nellingen gibt es im Kindergarten kaum noch Plätze für Buben und Mädchen unter drei Jahren. Deshalb hat sich der Gemeinderat vor der Sitzung vor Ort nach Lösungsmöglichkeiten umgeschaut und ein neues Kapitel in der lokalen Agenda aufgeschlagen.

Zurück zum Finanzbericht: In Nellingen steigen auch die Gewerbesteuern. Bis Ende des Jahres rechnet der Kämmerer mit Einnahmen in Höhe von 800 000 Euro – 50 000 Euro mehr als geplant. Somit erhöht sich auch die Zuführungsrate in den Vermögenshaushalt um diesen Betrag auf 400 000 Euro. Das Geld kann die Gemeinde gut gebrauchen: Weil man für die Erweiterung des Bauhofs auch in diesem Jahr keine Zuschüsse des Regierungspräsidiums bekommt, soll das Projekt nun „in reduzierter Form durch Eigenmittel“ umgesetzt werden.

Positiv fällt für den Kämmerer auch die Jahresrechnung 2016 aus. Im Detail erläuterte Zimmermann das Zahlenwerk. Entgegen der Planung konnte dem Vermögenshaushalt viel mehr Geld zugeführt werden: 579 870 statt 233 000 Euro. Um die Investitionen zu finanzieren, musste Nellingen dadurch nicht, wie ursprünglich geplant, in die Rücklagen greifen – im Gegenteil: Mit 70 063 Euro konnte die „eiserne Reserve“ sogar aufgestockt werden. Ratsmitglied Herbert Bühler, der auch Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung ist, lobte die örtlichen Firmen. Diese würden durch ihre Gewerbesteuerzahlungen zum positiven Rechnungsergebnis beitragen.

Werner Staudenmaier mahnte trotz der erfreulichen Zahlen, die Hausaufgaben nicht zu vergessen. Der stellvertretende Bürgermeister nannte in diesem Zusammenhang marode Gehwege und Straßen sowie klappernde Schachtdeckel. „Fährt jemand blind von Blaubeuren nach Geislingen,  merkt er sofort, wenn er durch Nellingen kommt.“ 

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