Bis 2030 Glasfaserkabel in jedes Haus in Amstetten

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Schnelles Internet ist inzwischen zu einem entscheidenden Standortfaktor für Kommunen geworden. Das hat man auch in Amstetten erkannt. Im Vergleich zu anderen Kommunen ist man selbst in den Teilorten mit Breitbandraten von bis zu 50 Megabit in der Sekunde schon heute relativ gut versorgt. Dennoch gibt die Gemeinde weiter Gas beim Ausbau der Breitbandversorgung. Nachdem in den vergangenen Jahren die Teilorte profitierten, sollen jetzt die In­frastruktur im Hauptort und hier insbesondere die beiden Gewerbegebiete verbessert werden.

Am Montag hat der Gemeinderat einen Ausbauplan der Firma Geodata aus Aalen genehmigt: In einem ersten Schritt soll 2017 im Rathaus ein sogenannter PoP  installiert werden (siehe Infokasten). Von diesem Verteiler aus werden dann Glasfaserkabel ins Gewerbegebiet Kreuzstein verlegt. 2018 soll vom PoP im Rathaus das Neubaugebiet „Alte Gärtnerei“, 2019 das Gewerbegebiet Industriestraße ans Breitbandnetz angeschlossen werden.

Weitere Breitbandprojekte betreffen die Verlegung einer Backbone von  Bräunisheim nach Schalkstetten (2918) und den Anschluss von Amstetten-Dorf ans Backbone-Netz (Zeitpunkt noch unklar). Für den Anschluss und Aufbau des PoP im Rathaus sind 231 000 Euro veranschlagt, dafür gibt es 52 000 Euro Zuschuss vom Land. Die Breitbandversorgung des Gewerbegebietes Kreuzstein kosten voraussichtlich 460 000 Euro, hier übernimmt das Land 260 000 Euro.

Bis 2030 will die Gemeinde jedes Haus in der Gemeinde mit einem Glasfaserkabel anfahren können. Dafür sollen künftig alle Neubaugebiete generell mit Breitband versorgt werden. Daneben will die Gemeinde bei allen Tiefbaumaßnahmen an Straßen prüfen, ob man Leerrohre für Glasfaserkabel verlegen kann. Für die Realisierung des Großprojektes rechnet man in Amstetten mit Gesamtkosten in Höhe von 10,7 Millionen Euro.

Große Hoffnungen beim Ausbau eines eigenen Breitbandnetzes setzt man in Amstetten auf den Verband „Komm.Pakt.Net“: Acht Landkreise und 231 Kommunen im Land, darunter auch Amstetten, haben im November 2015 den Verband gegründet. Ziel ist es, im Verbandsgebiet jeden Privathaushalt, jeden Gewerbebetrieb und alle kommunalen Einrichtungen mit Glasfaser anzubinden.

Dafür baut der kommunale Verband ein eigenes Backbone-Netz auf, das er an einen Betreiber vermietet. Das Ausschreibungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss. Die Vergabe soll im Sommer 2017 erfolgen. Da ein großes Netz ausgeschrieben wird, hoffen die Kommunen, dass Erträge in dichter besiedelten Gebieten Verluste in ländlichen Gebieten ausgleichen.

Backbone (engl. Rückgrat) ist ein leistungsfähiges Glasfasernetz mit sehr hoher Datenübertragungskapazität. Das Backbone wird oft auch als Datenautobahn bezeichnet.

PoP (Point of Presence) ist ein aktiver Verteiler, der den Datenverkehr zwischen Endbenutzer und Backbone-Netzwerk regelt.

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