Schritt für Schritt zum Badeglück

Wiesensteigs Stadträte sind erleichtert: Der Austausch der Wasserfilter kostet zwar viel Geld - es hätte aber noch teurer kommen können.

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Damit das Freibad in Wiesensteig in der nächsten Saison geöffnet haben kann, ermittelt ein Gutachter nun, welche Maßnahmen notwendig sind – und was sie im Detail kosten.  Foto: 

Für Wiesensteigs Stadtrat Manfred Schmidt ist klar: „Das Freibad ist ein Teil von Wiesensteig“, betonte er in der jüngsten Sitzung. Die notwendigen technischen Maßnahmen, die voraussichtlich 675 000 Euro kosten, sind in seinen Augen  unumgänglich. Wie berichtet, sind die beiden Wasserfilter vom Rost angegriffen und auch die Umwälzpumpe dürfte es nicht mehr allzu lange machen. Zu dieser Erkenntnis war Ulrich Schwertle vom Bad Uracher Fachbüro „Fritz Planung“ gekommen. Er soll jetzt die genauen Kosten ermitteln, die für den Austausch der Technik anfallen. Das entschied der Gemeinderat einstimmig. Das Gutachten soll 28 500 Euro kosten.

„Wenn alle Stricke reißen, müssen wir zuerst den einen Filter austauschen und im darauffolgenden Jahr den anderen“, sagte Bürgermeister Gebhard Tritschler mit Blick auf die hohen Kosten und die angespannte finanzielle Lage der Stadt Wiesensteig. Es sei wichtig, eine Lösung zu finden, die sich die Stadt als Betreiberin des Freibads leisten könne. Wiesensteig ist derzeit mit etwa 1,1 Millionen Euro verschuldet und weist bei den Rücklagen nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag auf: 110 700 Euro. Eugen Gutbrod, zuständig für Wiesensteigs Finanzen, forderte die Räte auf, „sich von Wunschträumen zu verabschieden“. Er betonte aber auch: Wenn man die Kosten auf mehrere Jahre verteile, „ist das machbar“, sagte der Geschäftsführer des Gemeindeverwaltungsverbands, unter dessen Dach sich die Stadt Wiesensteig sowie die Gemeinden Mühlhausen, Gruibingen, Hohenstadt und  Drackenstein kommunale Aufgaben wie das Rechnungswesen teilen.

Filter mit Harz abdichten?

Stadtrat Sven Gajo plädierte dafür, die notwendigen Maßnahmen im Freibad nicht aufzuschieben. Das sah auch Gebhard Tritschler so. Zunächst könne der Filter, der stärker vom Rost angegriffen ist, mit Epoxidharz abgedichtet werden. Nach Ablauf der Freibadsaison im nächsten Jahr könne er dann durch einen neuen Filter ersetzt werden.

Die Kosten hätten übrigens noch viel höher ausfallen können. Wie berichtet, müsste die Stadt eigentlich Filter einbauen, die der DIN-Norm entsprechen. „Dazu müssten wir das Dach des Technikraums öffnen und die alten Filter-Kessel mit einem Kran herausheben“, sagte der Bürgermeister. Außerdem müsste die Stadt dann wegen der größeren Filter an den bisherigen Technikraum anbauen.

Besucher zählen

Das Gesundheitsamt des Landkreises Göppingen, das für die Wasserqualität zuständig ist, hatte jedoch zugunsten der Stadt Wiesensteig beschlossen, dass diese kleinere Filter einbauen kann als vorgeschrieben. Dazu muss sie aber nachweisen, dass täglich weniger als 1500 Menschen im Becken ihre Bahnen ziehen. Tritschler freut sich darüber, dass Wiesensteig „von diesem Sonderfall profitieren kann“. Das bedeutet nun aber auch: „Wir müssen in der nächsten Saison die täglichen Besucher zählen, um die Spitzenwerte zu erhalten.“ Die Räte beschlossen, Schritt für Schritt vorzugehen und Bauabschnitte zu bilden. Tritschler: „Alles auf einmal umzusetzen, wäre finanziell einfach nicht machbar.“

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