Mit Höhlenforschern in den Kahlenstein

Ein besonderes Abenteuer erlebten Schüler bei der Besichtigung der Kahlensteinhöhle über Bad Überkingen. Im Rahmen des Ferienprogramms waren sie von der Badgemeinde aus zur Höhle gewandert.

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Abenteuer pur erlebten die 13 Buben und Mädchen bei ihrer Exkursion in die Kahlensteinhöhle bei Bad Überkingen im Rahmen des Ferienprogramms am Montag. Sie wurden zu kleinen Speläologen (Höhlenforscher).

Die Höhle unterhalb der gleichnamigen und weithin sichtbaren Felsformation östlich der Badgemeinde gelegen, bot die besten Voraussetzungen, Wissenswertes über die Höhlengeschichte zu vermitteln und mit dem Drang nach Abenteuerlust der acht- bis 14-jährigen Schüler zu verbinden.

Mit Schutzhelmen und Taschenlampen ausgerüstet, wurde die Höhle von den Schülern "befahren" wie Jörg Mebold vom Kahlensteiner Höhlenverein (KHV) die Durchwanderung des unterirdischen Ganges beschrieb. In früherer Zeit hätten die Albbewohner ihr Wasser aus dem Inneren der Höhle geholt, das der Regen durch das Karstgestein sickern ließ und sich in verschiedenen Aussparungen angesammelt hatte. Tonscherben, die an verschiedenen Stellen gefunden wurden, würden auf diesen Umstand hinweisen.

Nachdem 1972 der Höhleneingang der 660 Meter hoch gelegenen Höhle mit einem Gittertor verschlossen wurde, habe sich neuer, durch den Schein der Taschenlampen hell leuchtender Sinter an den Wänden bilden und den durch Ruß von Fackeln und Lagerfeuern beeinträchtigten Wänden wieder ein ursprüngliches Aussehen verliehen, erläutert der Höhlenexperte. Knochen von Breitflügelfledermaus, Dachs, Iltis, Wolf, Rotfuchs, Hauskatze, Luchs, Rothirsch, Reh, Feldhase, Siebenschläfer und Hausrind seien in dem Höhlengang und zum Teil unwegsamen Nebenbereichen gefunden worden. Nun diene die ansonsten verschlossene Kahlensteinhöhle verschiedenen Fledermausarten als Winterquartier, informierte Jörg Mebold die jugendlichen "Höhlenforscher". Ihnen machte es sichtlich Spaß, über Eisenleitern einige Spalten und Gänge selbst zu erkunden.

Zuvor erfuhren die Schüler, welche Ausrüstung für eine Befahrung notwendig ist, bei der alles vermessen und dokumentiert wird. Diplomgeologin Dr. Annette Strasser aus Stuttgart zauberte aus ihrem Fossilienköfferchen allerlei Kalkskelette von Schnecken, Fischen und Krebsen, mit denen die urgeschichtliche Entstehungszeit der Höhle bestimmt werden könne. Die zehn Jahre junge Jana, die in Bad Überkingen zur Schule geht, war, wie auch Noah, der an derselben Schule nach den Ferien in die 3. Klasse wechselt, vor allem begeistert, weil man selbst in der Höhle herumklettern durfte.

Gestärkt von Bratwurst und verschiedenen Durstlöschern, die Vorsitzender Dieter Domke sowie die Vereinsmitglieder Gerd Hettich und Bernd Kübler vor dem Höhleneingang verteilten, wanderten die Kinder, beeindruckt von der Höhle, über die Waldwege wieder zurück zum Badparkplatz, von wo sie um 13 Uhr aufgebrochen waren.

Info: www.kahlenstein.de

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