INTERVIEW: Schlagerstar Tobee über sein Festival

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    Tobee freut sich riesig auf sein Open-Air am 8. Juli: der Sänger vor der Schlagerkuchen-Website in seinem Studio. Foto: 
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    Tobee findet Schlager so richtig zum Abheben: Auch Auftritte im ZDF-Fernsehgarten gehören zu  den Highlights seiner steilen Karriere. Foto: 
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Ob mit „Aua im Kopf“, „Blau wie das Meer“ oder „Lotusblume“: Der Schlagersänger Tobee hat regelmäßig Auftritte im „Bierkönig“ auf Mallorca und in verschiedenen Locations in Deutschland. Auf seiner langen Konzertliste steht jetzt auch das eigene Open-Air-Festival „Schlagerkuchen“ im Kuchener Anken-Stadion am 8. Juli. Damit möchte er sein Zehnjähriges als Solokünstler feiern. In seinem Studio in Kuchen hat der angehende Zahnarzt der NWZ nicht nur mehr zu seinem Festival verraten, sondern auch, wie er es denn überhaupt nach Mallorca geschafft hat.

Sie treten nun zehn Jahre als Solokünstler und Schlagersänger für den „Bierkönig“ auf Mallorca auf. Warum haben Sie diese Musikrichtung für sich ausgewählt?

Tobee: Schlager war, glaube ich, schon immer mein Ding. Da liegt einfach Stimmung und die deutsche Sprache drin. Natürlich ist es Musik für Feste und Partys. Ich weiß noch: Als ich in der Realschule war, hat jeder über mich gelacht, als ich in der Schule mit meinem Keyboard einen Auftritt hatte und da Schlager gesungen hab. Das hat sich gewandelt. Schlager hat – spätestens seit Helene Fischer – ein absolutes Comeback erlebt. Heute ist Schlager zwischen den 16- und 20-Jährigen absolut angesagt. Das ist natürlich sehr, sehr cool.

Wie kam es dann zustande, dass Sie im Bierkönig auf Mallorca auftreten?

Das war eigentlich eine witzige Geschichte. Als ich noch in der Band Fresh gesungen hab, hab ich begonnen eigene Songs zu schreiben – auch im Schlager und Partybereich. Einen Song ließ ich bei meinem auch heutigen Produzententeam in Köln produzieren, bin dann mit „Banane Zitrone“ nach Mallorca geflogen, hab den Song einem DJ gezeigt und er hat das gespielt. Dementsprechend kam der Bierkönig auf mich zu, ob ich denn mal bei ihm auftreten würde. Das hab ich gemacht und seitdem bin ich da einfach dabei.

Wie oft sind Sie denn zwischen Mallorca und Deutschland unterwegs?

Es variiert immer von Jahr zu Jahr. Aber in den letzten Jahren war ich immer ein bis zweimal in der Woche auf Mallorca. Meistens geht’s um 17 Uhr hin, nachts der Auftritt um 1 Uhr und gleich morgens um 7.20 oder 9 Uhr wieder nach Stuttgart zurück. Das heißt, viel Schlaf bleibt da nicht und am Wochenende bin ich dann immer in Deutschland.

Hätten Sie jemals gedacht, in dieser Branche soweit zu kommen?

Eigentlich nicht. Ich glaub, man braucht Biss in dem Business, das wirklich knallhart und konkurrenzbelastet ist. Obwohl man sich wirklich mag und befreundet ist, gibt es Stellen, wo du dich durchkämpfen oder einen Rückschlag einstecken musst. Zum Beispiel: Warum bist du jetzt nicht in dieser TV-Sendung, obwohl du 50 Stunden dafür gearbeitet und extra einen neuen Song gemacht hast. Man muss eigentlich eine One-Man-Show in allen Bereichen sein. Vom Vertragswesen über Marketing über alles, wenn man da erfolgreich sein will. Ich hab anfangs nicht daran gedacht, aber ich hab gesagt: „Ich will weiter kommen, einen Plattenvertrag und TV-Auftritte.“ Da darf man sich auch für nichts zu schade sein.

In zehn Jahren sammelt man viele Erfahrungen und Erlebnisse. Gab es auch Momente in denen Sie am Sänger sein gezweifelt haben?

Nein. Es ist immer so, dass man mal einen Song hat, der nicht so gut ankommt. Das ist ganz normal. Auch da stecken über 100 Stunden drin, man glaubt an den Song, veröffentlicht den und die wirklich harten Fans sagen: „Nö, hab ich keinen Bock darauf zu feiern.“ Das ist dann was für die Tonne, aber es gehört trotzdem zu mir wie ein Hit wie „Aua im Kopf“ oder „Lotusblume“, die fast über zwei Millionen Views bei Youtube oder Spotify haben. Manchmal hast du einen Hit und manchmal hast du keinen.

Was sind Ihre persönlichen Höhepunkte?

Das größte Highlight ist, auf der Bühne zu stehen, das zu singen und zu performen, woran die Leute Spaß haben. Das ist auch die Herausforderung, egal welches Publikum mit deinen eigenen Hits zu begeistern. Das find ich ganz wichtig. Natürlich covern wir mal was und machen den Song komplett auf neu, aber grundlegend sind es eigene Hits. Auch Auftritte wie im ZDF-Fernsehgarten oder bei dem ganz großen Open-Air Oberhausen Olé mit 40 000 Leuten waren definitiv Highlights. 2010 hatte ich bei RTL 2 in einer Musiksendung einen Preis gewonnen – überreicht von Thomas Anders von Mordern Talking. Das sind so Momente, die gehen in den Bauch. Das nimmt man als Gefühl mit.

Diese Erlebnisse und Ihr Zehnjähriges möchten Sie mit dem eigenen Open-Air-Festival „Schlagerkuchen“ zusammen mit Ihren Fans feiern. Warum denn in Kuchen?

Die Idee schwirrt schon lange in meinem Kopf rum. Ich wollt auf jeden Fall einmal im Jahr ein eigenes Konzert haben und was ist natürlich naheliegender, als das in deinem eigenen Heimatort zu feiern. Ich bin Kuchener, dazu steh’ ich und Kuchen braucht solche Veranstaltungen. Hier sind auch die meisten Fans aus dem Kreis Göppingen von mir und das kombiniert sie mit den Fans aus der Region, Süd- und Mitteldeutschland. Grad Fans, die nicht von hier kommen, fragen dann: „Hä, wo ist das denn?“ und dann sag ich „Kuchen“ und die „Jaja, das heißt halt Schlagerkuchen“. Das ist dann ganz witzig, wenn die selber checken: Kuchen ist ein Ort. Und dass das nach außen getragen wird, finden die Leute sehr cool.

Wie unterstützt Sie Ihr Heimatort dabei?

Ich denk,  vom Image her ist die Gemeinde sehr happy darüber, dass wir hier ein einmaliges Großevent haben und Kuchen ein Stück weit präsentiert wird. Das ist mir auch wichtig, dass es für den Ort weiter geht. Ich freu mich sehr, dass die Gemeinde da dahintersteht und dass das ein Projekt gemeinsam mit den Vereinen geworden ist. Der FTSV und der TSV sowie der Kulturtreff „Patchwork“ werden zusammen mit der Gemeinde die Gastronomie übernehmen. Jeder sagt: „Cool, hier ist endlich mal was los.“ Deswegen haben wir gesagt, wenn mal was los ist, dann wollen wir auch elf Stunden feiern.

Für eine elfstündige Party braucht es natürlich auch Künstler. Wer wird auf der Bühne stehen?

Das Programm besteht aus drei DJs. Zwei von Mallorca und meinem Bruder DJ Nic-Dee aus Ulm. Highlight wird eine Jubiläumsshow von mir sein, in der ich meine eigenen Hits mit einer großen Lichtshow und Überraschung präsentiere. Mittags beginnt es gediegen mit Chris Andrews, einem Weltstar aus London. Gefolgt von Jöli und Marry. Dann kommen auch Leute aus der Pop- und House-Szene wie R.I.O. feat. U-Jean. Anna Maria Zimmermann und Markus Becker, der Mann mit dem roten Pferd, werden dabei sein. Mia Julia und Ikke Hüftgold Richtung Nacht, wenn dann die Party voll im Gange ist. Also eigentlich ganz viele Leute von Mallorca, deren Songs an jeder Fasnet laufen.

Wie haben Sie es geschafft, die alle von der Insel hierher zu holen?

Alle die auftreten sind mit mir befreundet. Wir haben auch mehrmals im Jahr Kontakt. Tatsächlich war das aber ein Riesenproblem, alle über elf Stunden zu vereinen, weil diese ganzen Stars über ein, zwei Jahre schon ausgebucht sind. Einschließlich auch ich. Deswegen war es schwer, die alle unter einen Hut zu kriegen und von der Reihenfolge so zu timen, dass das passt. Die haben alle teilweise zwei bis drei Auftritte am Tag. Aber das wird schon klappen, die Verträge stehen ja.

Sie haben bereits im vergangenen Jahr Flyer verteilt und Fans über „Schlagerkuchen“ informiert. Wie viele Arbeitsstunden stecken denn in dem Festival?

Die Planung von diesem Open-Air begann tatsächlich über eineinhalb Jahre vorher im Februar 2016. Das braucht es unserer Meinung nach wirklich, um so ein Event ordentlich hinzustellen und zu planen. Die Arbeitsstunden sind unzählbar. Es ist immens und nicht einfach: „Ich bau’ einen Stand auf und es gibt hier Getränke“. Man muss eine coole Show hinstellen, braucht die Acts, die Technik, einen coolen Partner für alles. Man muss mit dem DRK und der Feuerwehr reden. Das muss auch alles abgenommen werden. Das sind keine Schwierigkeiten aber die Aufgaben, die wir jetzt schon erfolgreich gelöst haben.

Wie viele Leute braucht es, um sowas umzusetzen?

Grundlegend in der Orga sind wir nur zu fünft oder viert und übernehmen die ganzen Angebote, die Koordination und jetzt vorweg die Organisation. Am Abend werden es wahrscheinlich über 100 Helfer sein. Angefangen bei der ganz großen Lichtshowbühne, die über 29 Meter Breite haben wird, mit LED-Wänden, auf der der Zuschauer, der weiter hinten steht, den Künstler auf der Leinwand sehen kann. Wir haben ein VIP-Zelt, wo dann noch über 100 Leute verköstigt werden vom Landgasthof Rössle.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Wie läuft er denn?

Wir sind ja schon seit Oktober im Vorverkauf und haben bisher weit über 2000 Tickets verkauft. Die VIP-Tickets sind jetzt fast ausverkauft. Es läuft wirklich super. Wir sind total zufrieden und rechnen auf jeden Fall mit mehreren tausend Zuschauern. Wir haben viele Verkäufe auch schon von außerhalb.

Info Tickets gibt es bei den Vorverkaufsstellen Friseur Duo in Kuchen und Donzdorf, bei der NWZ und der Geislinger Zeitung. Mehr Infos auf www.schlagerkuchen.de.

Sänger Tobee aus Kuchen ist längst zu einer festen Größe nicht nur am Ballermann auf Mallorca geworden. Zu über tausend Auftritten im „Bierkönig“ kommen auch unzählige im TV, auf der Fasnet, in Bierzelten und Hallen in Deutschland dazu. Tobias Riether aus Kuchen, wie der 31-Jährige bürgerlich heißt, hat mit der Musik schon früh angefangen: Im Grundschulalter lernte er Blockflöte. Danach folgten Unterrichtsstunden für Gesang, Gitarre und Keyboard. „Meine Mama hat immer gesagt: „Du musst erst die Noten lernen, bevor du irgendetwas anderes spielen darfst.“ Das war sowas wie eine Prüfung.“

Die Ideen für seine Lieder hat er nach eigener Aussage meistens selbst und inzwischen macht er „immer fünf bis sechs neue Songs im Jahr“: „Ich hab meine zwei Produzenten in Köln, die mich jetzt wirklich seit 10 Jahren begleiten, und den Songwriter Daniel Kramer aus Stuttgart, der ganz große Hits geschrieben hat. Wir sind so das Viererteam.“

Beruf Hat er mal nichts mit Musik zu tun, dann studiert Tobias Riether Zahnmedizin in Ulm. Derzeit steckt er in den Prüfungen zum Examen.

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Themenschwerpunkt

Schlagerkuchen

Am 8. Juli steigt im Kuchener Anken Stadion der Schlagerkuchen - ein großes Open Air - mit Tobee.

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