Bei Großfamilie ist immer viel Leben in der Bude

Es gibt sie doch noch: die Großfamilie. In Treffelhausen leben fünf Generationen unter einem Dach: von Ururoma Maria Stuhr bis zur viermonatigen Emma.

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Fünf Generationen unter einem Dach: In der Mitte Oma Maria Stuhr mit Baby Emma. Vorne links die Großeltern Alexandra und Stefan Wabersich, rechts Dominik mit Christiane. Hinten links Emmas Eltern Nikolay und Nicole Wabersich, rechts die Urgroßeltern Alfred und Elfriede Lokay.  Foto: 

Es gibt sie noch, die Großfamilie: In Treffelhausen wohnen gleich fünf Generationen unter einem Dach: Seit 20. Juli verstärkt Klein-Emma die Großfamilie, deren ältestes Mitglied die bald 102-jährige Maria Stuhr ist.

Dazwischen gibt es die „Uris“ (Urgroßeltern) Alfred (68) und Elfriede Lokay (65), die frisch gebackenen Großeltern Alexandra (47) und Stefan Wabersich (48), Emmas Eltern Nikolay (23) und Nicole Wabersich (32) und Nikolays Bruder Dominik (25) mit Christiane (24).

„Klar gibt es bei so vielen Leuten Höhen und Tiefen“, sagt Opa Stefan. „Aber es ist auf jeden Fall schön, dass immer jemand im Haus ist“, ergänzt er sofort. Das gelte sowohl für die vielen Gespräche und den regelmäßigen Austausch untereinander als auch fürs Babysitten oder dass jemand da ist, der bei „der Oma oben“ nach dem Rechten sieht.

Das mit dem Begriff „Oma“ ist schwierig geworden – von wem jeweils die Rede ist, muss jedes Mal klargestellt werden. Aber sonst ist es ein fröhliches Miteinander dort im Wohngebiet Burren. „Wir essen täglich zwei- bis dreimal zusammen. Oma Elfriede kocht für alle“, erzählt Ale­xandra  lachend. „Mir macht das Spaß“, betont Elfriede: „Für mich ist es jedes Mal ein Highlight, wenn wirklich alle da sind.“

„Und es gibt ein Donnerwetter, wenn wir nicht pünktlich um zwölf am Tisch sitzen“, fügt Nikolay schmunzelnd hinzu. Er kann unter der Woche mittags nicht dabei sein, weil er als Fach­informatiker den ganzen Tag in Stuttgart arbeitet. Umso mehr genießt er das Frühstück samstags bei „seiner“ Oma, bei dem sich alle, die sich nicht explizit abgemeldet haben, auftauchen.

„Da muss man schon Oma-Tage einführen, damit alle Omas zu ihrem Recht kommen“, erzählt Nikos Frau Nicky. Sie fährt mit dem Baby jeden Donnerstag zur Mutter nach Uhingen, damit auch die was vom Enkelkind hat.

Niko, Nicky und Emma wohnen in der Doppelhaushälfte bei Emmas Uris Alfred und Elfriede im ersten Stock. „Also Geheimnisse gibt’s keine, wenn man so dicht beieinander wohnt“, sagt Niko. Er habe aber schon als Jugendlicher den Vorteil erkannt, dass es „immer zwei Kühlschränke gibt, wenn man Hunger hat“. Und mit seinem Opa könne er immer über Fußball diskutieren. Oma Elfriede findet es „wunderbar, ein Kind so aufwachsen zu sehen und jeden Tag die Veränderungen zu beobachten“.

Und Nikolays Bruder Dominik wiederum findet es klasse, dass Emma von allen Familienmitgliedern mit deren Hobbys und Talenten in Kontakt kommt: „Der Opa spielt für sie Gitarre, ich spiele ihr Lieder am Klavier vor. Von Mama lernt sie irgendwann mal backen, und ihrem Papa hat sie schon zweimal beim Handballspielen zugeschaut.“ „Mit 100-prozentiger Siegquote – beides Mal haben wir gewonnen“, fügt der stolz hinzu. Weil Nikolay außerdem beim VfB als Fach­informatiker tätig ist, ist die Kleine „natürlich“ seit Geburt Mitglied beim Fußball-Bundesligisten.

Es ist ein buntes Durcheinander und gegenseitiges Gefrotzel, die gemeinsamen Essen des Fünf-Generationen-Clans. Emma sitzt dabei ruhig auf dem Schoß ihrer Mama und genießt den Trubel. Mit voller Überzeugung sagt Elfriede Lokay: „Des isch für mi middla drin im Leba. Lacha, bis d’r Bauch wehduad und laut diskutiera. Et um a Million kann i des kaufa, was i hier erleb’.“

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