Ein Kunstrasen soll’s richten

Grob geschätzt könnte der TV Deggingen für 500.000 Euro einen Kunstrasenplatz erhalten? Darüber diskutieren die Gemeinderäte.

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  • Etwa 20 000 Euro zahlt Deggingen pro Jahr, um den Trainingsplatz des TV Deggingen instand zu setzen. Dafür muss der Platz von Mai bis August gesperrt werden. Ein neuer Kunstrasenplatz aber könnte 500 000 Euro kosten. 1/4
    Etwa 20 000 Euro zahlt Deggingen pro Jahr, um den Trainingsplatz des TV Deggingen instand zu setzen. Dafür muss der Platz von Mai bis August gesperrt werden. Ein neuer Kunstrasenplatz aber könnte 500 000 Euro kosten. Foto: 
  • Etwa 20 000 Euro zahlt Deggingen pro Jahr, um den Trainingsplatz des TV Deggingen instand zu setzen. Dafür muss der Platz von Mai bis August gesperrt werden. Ein neuer Kunstrasenplatz aber könnte 500 000 Euro kosten. 2/4
    Etwa 20 000 Euro zahlt Deggingen pro Jahr, um den Trainingsplatz des TV Deggingen instand zu setzen. Dafür muss der Platz von Mai bis August gesperrt werden. Ein neuer Kunstrasenplatz aber könnte 500 000 Euro kosten. Foto: 
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    Etwa 20 000 Euro zahlt Deggingen pro Jahr, um den Trainingsplatz des TV Deggingen instand zu setzen. Dafür muss der Platz von Mai bis August gesperrt werden. Ein neuer Kunstrasenplatz aber könnte 500 000 Euro kosten. Foto: 
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    Etwa 20 000 Euro zahlt Deggingen pro Jahr, um den Trainingsplatz des TV Deggingen instand zu setzen. Dafür muss der Platz von Mai bis August gesperrt werden. Ein neuer Kunstrasenplatz aber könnte 500 000 Euro kosten. Foto: 
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Insgesamt etwa 350 Fußballer des TV Deggingen (TVD) trainieren abwechselnd auf nur einem Platz. Doch nicht nur die Degginger Kicker stehen von Montag bis Freitag auf dem Fußballfeld: Der Spielgemeinschaft Filstal gehören neben dem TVD Fußballer aus Wiesensteig, Mühlhausen, Gosbach, Bad Ditzenbach und Reichenbach an. „Bei so vielen Leuten ist das Training auf unserem Fußballplatz kaum möglich“, sagt Dieter Vögele, Fußballabteilungsleiter des TVD. Der Rasenplatz leide unter dieser Belastung erheblich – so sehr, dass er jedes Jahr in der Sommerpause drei Monate lang gesperrt und auf Vordermann gebracht werden muss. Dafür nimmt die Gemeinde, die das Sportgelände zur Verfügung stellt, pro Jahr etwa 20 000 Euro in die Hand.

Komplette Sanierung nötig

„Die Situation ist mehr als bescheiden“, sagte denn auch Deggingens Bürgermeister Karl Weber jüngst im Gemeinderat. Beim Richtfest für die neue Siegmund-Halle Ende Juli hatten viele Anwesende mit eigenen Augen die Platznot sehen können: „Es waren vier Mannschaften mit insgesamt etwa 100 Personen auf dem Trainingsplatz“. Nun stehe eine komplette Sanierung des 94 mal 62 Meter großen Platzes am Mühlbach an, informierte der Bürgermeister. Denn die Mittel­achse sei schon sehr ausgespielt; vor den Toren gleiche die Fläche einem Acker. „Wir haben 17 Jahre lang dieses Spielfeld vergewaltigt“, bestätigte Bauhofleiter Detlev Rademacher.

Frist bis 30. Januar 2018

Der TVD hofft nun auf ein neues Trainingsfeld aus Kunstrasen und hatte deshalb bei der Gemeindeverwaltung einen entsprechenden Antrag gestellt: „Dann hätten wir gleichbleibende Bedingungen“, sagt Dieter Vögele. Karl Weber warb im Gremium für das Projekt: Die Gemeinde könnte mit einem Zuschuss des Landes in Höhe von 50 bis 60 Prozent der Kosten rechnen – vorausgesetzt, die Gemeinderäte stimmen „so schnell wie möglich“ zu. Der Antrag dafür müsste bis zum 30. Januar 2018 eingereicht werden.

Das Anlegen des Platzes würde geschätzt 500 000 Euro kosten, informierte Matthias Renz von Sportstättenbau Moser aus Reutlingen. Weitere 15 000 Euro fielen pro Jahr für die Pflege des Platzes an. „Der Bau eines Kunstrasenplatzes ist doppelt so teuer wie das Anlegen eines normalen Rasenplatzes“, ergänzte Renz, dessen Firma auch das Trainingsgelände des VfB Stuttgart am Ne­ckarpark mit einem neuen Kunstrasenplatz ausstattet. Bei den genannten Zahlen handle es sich nur um grobe Kostenschätzungen, betonte er und warb gleichzeitig für den neuen Platz: „Ein Kunstrasen ist für die Spieler viel angenehmer“.

Die Gemeinderäte reagierten angesichts des finanziellen Aufwands zurückhaltend. „Die Gemeinde sollte nicht vorpreschen“, sagte beispielsweise Martin Gansloser. Er schlug vor, dass der TVD den neuen Platz bezahlen und die Gemeinde den Verein mit einem Zuschuss unterstützen könnte. Dies hätte einen gewaltigen Nachteil, machte Matthias Renz deutlich: Würde der TVD den Platz selbst bauen, könnte er durch die Sportstättenförderung des Landes mit einem Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Kosten rechnen, höchstens mit 280 000 Euro. Bei einer Förderung durch die Gemeinde sei der zu erwartende Zuschuss höher.

Gemeinderat Klaus Schweizer zeigte sich von den Kosten für die Pflege des Kunstrasens überrascht. Ihm ging das Ganze ein bisschen zu schnell – ebenso Dagmar Jungblut-Rassel, die sich dafür stark machte, die Entscheidung zu vertagen, „bis wir genaue Zahlen auf dem Tisch haben“.

Dr. Stefan Geis sah ebenfalls noch „zu viele Fragezeichen“. Er zweifelte außerdem die Nachhaltigkeit eines solchen Platzes an, den er als „ökologische Katastrophe“ bezeichnete. Wie Matthias Renz ausführte, müsste für die jährliche Pflege eine halbe Tonne Kunststoff-Granulat aufgetragen werden. Die kleinen Plastikkügelchen könnten in den nahegelegenen Mühlbach und so ins Ökosystem gelangen, befürchtete Stefan Geis.

Von vornherein sei ihm klar gewesen, dass das Vorhaben kritisch hinterfragt werde, sagte Dieter Vögele, der die Diskussion im Gemeinderat mit etwa 20 weiteren Fußballern interessiert verfolgte. „Es geht schließlich um eine gewisse Summe, und die Kosten sollten nicht explodieren“, zeigte er Verständnis. Trotzdem: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“ In der nächsten Sitzung des Degginger Gemeinderats am Donnerstag, 16. November, kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung.

Investition Ebenfalls einen Kunstrasenplatz hat der TSV Gruibingen erhalten. 2012 wurde das Kleinspielfeld eingeweiht, das mit 64 mal 36 Meter aber um einiges kleiner ist als der Kunstrasenplatz, der in Deggingen entstehen könnte. Die Herstellungskosten beliefen sich damals auf 250 000 Euro, wovon 35 400 Euro vom Württembergischen Landessportbund kamen und die Gemeinde 150 000 Euro beisteuerte. Die restlichen Kosten stemmte der TSV Gruibingen, der zudem viele Arbeiten in Eigenregie übernommen hatte.

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