Adelberger wehren sich weiter gegen Windkraftanlagen

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Nicht nur, dass die EnBW für ihre Windkraftanlagen in Adelberg die „Lizenz zum Töten“ verlangt, mit den beiden Anlagen werde auch die Erholungsfunktion erheblich beeinträchtigt.

Während der jüngsten Gemeinderatssitzung verabschiedeten die Kommunalpolitiker mehrheitlich eine Stellungnahme an das Regierungspräsidium. Darin wird der Antrag des Landratsamtes auf Abweichung von der Raumordnung (Zielabweichungsverfahren) widersprochen.

Zuletzt hatte die EnBW die Ausnahme vom Tötungsverbot des im Umfeld des Kaisersträßle lebenden Rotmilans beantragt. Gleichzeitig werde mit dem Bau der Anlagen aber auch Sinn und Zweck des regionalen Grünzugs untergraben. Für diesen als G32 bezeichneten Bereich sei „im Wesentlichen das Ziel die Erhaltung und Verbesserung des Freiraums und der Sicherung des großräumigen Freiraumzusammenhangs festgelegt“, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde ans Regierungspräsidium.

Immerhin diene der regionale Grünzug nicht nur dem Biotopschutz und der Erholung in der Natur, sondern auch und insbesondere der land- und forstwirtschaftlichen Bodennutzung und Produktion.

Schließlich lägen die beiden Windkraftstandorte Kaisersträßle nicht nur im Bereich eines Wildwechsels von „großer nationaler Bedeutung“, sondern auch Radfahrer und Wanderer seien auf dem historischen Kaisersträßle unterwegs. Außerdem sei Adelberg staatlich anerkannter Naherholungsort. Dass die Anlagen die denkmalgeschützte historische Klosteranlage beeinträchtigen, ist ein weiteres Argument. Besonders aber ärgert die Adelberger, dass die EnBW „ausschließlich mit wirtschaftlichen Erwägungen“ argumentiert.

So sollen Vertreter der EnBW geäußert haben, sie benötigten die Genehmigung für den Standort Kaisersträßle noch dieses Jahr, denn von 2017 an sänken die Förderrichtlinien, sagte Bürgermeisterin Carmen Marquardt.

Zudem sei argumentiert worden, die beiden Anlagen seien wichtig für die Versorgungssicherheit: „Irgendeiner verkauft uns für dumm, wenn die beiden Anlagen die Versorgungssicherheit der Bundesrepublik gefährden sollten“, stellte dazu Gemeinderat Peter Regelmann klar. Mit der Diskussion um die Stellungnahme ans Regierungspräsidium wurde den Kommunalpolitikern eine Petition vorgelegt, die Bürgerinitiativen beim Petitionsausschuss des Landtags eingereicht haben.

Darin werden zahlreiche der bereits öffentlich angeführten Argumente gegen die Windräder genannt. Unter anderem wird aufgeführt, dass das Landschaftsbild des Schurwaldkamms in einer „Übersicht der Vorranggebiete in der Region Stuttgart“ als hoch bewerte und die Erholungsqualität der Landschaft als sehr gut eingestuft werde. Aber auch das Trinkwasserschutzgebiet für die anliegende Gemeinde Plüderhausen wird angeführt.

Verein: Der Verein „Mensch und Natur“, der seit 2011 mit der Gemeinde zusammen arbeitet, übergab Mitte Oktober seine Einwendungen gegen den Bauantrag an Landrat Edgar Wolff. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Versorgungssicherheit durch diese Anlagen nicht gewährleistet sei. Überhaupt sei eine bezahlbare Energieversorgung mit Windkraftwerken nicht möglich.

Initiative: Die Bürgerinitiative „Gegenwind Adelberg“ hat ihre ­Mitglieder zu Spenden aufgerufen. Man habe den Würzburger Fach­anwalt für Verwaltungsrecht und Windkraft­spezialisten Wolfgang Baumann beauftragt. Dessen anwaltliche Stellungnahme könne nun an das Göppinger Landratsamt gehen. Allerdings seien inzwischen Kosten von weit über 10.000 Euro entstanden, für die die bisherigen Spenden nicht ausreichten.

Spenden: Dieser Spendenaufruf erwecke bei den Adelbergen den Eindruck, die Gemeinde selbst unternehme nichts in Sachen Windkraft, stellte Gemeinderat Ahmet Papila fest. Tatsächlich aber habe die Gemeinde Adelberg beim Kampf gegen die Windkraftanlage den Hut auf.

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