Wunderbarer Tropfsteingang an der Nordblau

Berghülen.  Nach dem hart erarbeiteten Durchbruch zum Blauhöhlensystem haben Forscher der Arge Blaukarst wunderbare Räume mit Tropfsteinen entdeckt.

Riesige Stalagmiten und Stalaktiten, türkisblaues Flusswasser sowie bizarre "Excentriques" haben die Höhlenforscher der Arge Blaukarst am vergangenen Wochenende an der Nordblau beeindruckt. "Wir waren ergriffen, dass es da so schöne Tropfsteine gibt", berichtete Jens Freigang, Sprecher der Arge Blaukarst, die am Samstag mit zwölf und am Sonntag mit elf Forschern in die Hessenhauhöhle eingestiegen war. Der Durchbruch von der Höhle zum Blauhöhlensystem vor gut einer Woche (wir berichteten) sorgte für die lange ersehnte Sensation, und am vergangenen Wochenende wurden nun die neu entdeckten wasserdurchfluteten Räume genauer unter die Lupe genommen und vermessen.

Einige Mitglieder der Arge forschten von der Hessenhauhöhle kommend den unterirdischen Flusslauf, der Nordblau getauft wurde, flussabwärts in Richtung Süden und dem Blautopf. Nach 50 Metern kamen sie allerdings an einer Unterwasserpassage, dem "Säulensiphon", nicht mehr weiter. Derzeit scheint es aber so, dass man diesen Siphon über einen hohen Schlot im Felsen umgehen kann, sagt Freigang.

Flussaufwärts drangen die Forscher rund 300 Meter weit in einen fünf bis zehn Meter breiten und zehn bis 20 Meter hohen Gang in westnordwestlicher Richtung vor - also in Richtung Laichingen. Tiefere Wasserstellen überquerten die Männer schwimmend oder mit dem Boot und mussten mit einer teils sehr starken Strömung kämpfen. Auf einer hohen Galerie entdeckten sie Tropfsteine von bis zu drei Metern Breite und zehn Metern Höhe, ebenso Tropfsteinvorhänge und "Excentriques", das sind filigrane Tropfsteingebilde, die entgegen der Schwerkraft wachsen. Daher wurde dem Bereich der Name "Galerie des Excentriques" gegeben. Begeistert ist Freigang auch von dem enormen Echo, das in der Flusshöhle entsteht. Das lasse hoffen, dass die Höhle noch lang sei und einige Überraschungen biete.

Die Gesamttiefe der Hessenhauhöhle bei Berghülen beträgt mittlerweile 136 Meter, die Gesamtlänge 700 Meter. Nach der Untersuchung eines Tropfsteins, der im oberen Teil der Hessenhauhöhle gefunden wurde, steht fest, dass sie auf jeden Fall über 400 000 Jahre alt sein muss, wie Jürgen Bohnert von der Arge Blaukarst berichtet.


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Autor: THOMAS SPANHEL | 08.04.2011

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