"Wo zwei oder drei. . ."

Westerheim.  Annedore Hohensteiner ist seit September evangelische Pfarrerin in Donnstetten und Westerheim. Bei so vielen Katholiken eine Herausforderung.

Zweimal sei die Pfarrstelle Donnstetten-Westerheim ausgeschrieben worden, aber keiner hätte sich beworben. Deswegen beauftragte der Oberkirchenrat Annedore Hohensteiner, diese für ein Jahr zu besetzen. "Von allen offenen Stellen habe ich mich mit meinem Mann ganz bewusst und gerne für diese hier entschieden", sagt sie. Nun ist die 33-jährige "Pfarrerin in Anstellung" seit dem 1. September auf der Alb. "Wie ein Beamter auf Probe", fügt sie hinzu. Weil sie "in einer kleinen Gemeinde wie Ebersbach-Rosswälden aufgewachsen" ist, sei sie gerne hier - obwohl ihr Mann täglich nach Cannstadt zur Arbeit muss.

In Tübingen, Berlin und Zürich hat Annedore Hohensteiner Evangelische Theologie studiert, ihre Vikariatszeit in der Stuttgarter Lukas- und Lutherhaus-Gemeinde verbracht und als Referentin für Theologie und Diakonie bei der Samariterstiftung gearbeitet: Zuständig war sie für Fragen rund um Seelsorge und Ethik sowie für Mitarbeiterschulungen.

In Westerheim und Donnstetten trifft sie nun auf zwei sehr unterschiedliche Gemeinden: Das evangelisch geprägte Donnstetten und das katholisch sehr aktive Westerheim. Eine offenherzige Beziehung habe sie zu beiden Gemeinden entwickelt; in Westerheim sei auch das Miteinander beider Kirchengemeinden hervorragend. Ökumene werde gut gelebt. Dass sich beide Gemeinden in zwei unterschiedlichen Landkreisen befinden macht die Arbeit manchmal schwierig: "Laichingen ist in der Jugendarbeit nämlich sehr dominant, aber ich werde versuchen, mit der Jugend in Kontakt zu kommen und sie hin und wieder zusammenzubringen."

Gerademal sechs Konfirmanden hat Westerheim in diesem Jahr, weswegen Annedore Hohensteiner die Gruppen mit den Donnstetter Konfirmanden zusammenlegt: "Sonst können wir überhaupt keine Spiele machen." Und wie sieht es mit dem sonntäglichen Gottesdienst aus? "Zehn bis 15 Besucher kommen in Westerheim, in Donnstetten sind es zwischen 50 und 70." Nein, frustrierend sei das nicht - Annedore Hohensteiner zitiert: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. . ." 680 evangelische Bürger leben in Westerheim, doch viele seien wohl katholisch verheiratet und gingen in die Katholische Kirche. "Aber die Hauptsache ist, dass sie überhaupt gehen", sagt sie.

Gerademal zehn Jahre alt ist das helle, moderne evangelische Gemeindehaus, das Annedore Hohensteiner nun mit etwas mehr Leben füllen möchte. Neben dem "Chörle", das dort probt, dem Weltwarenverkauf, Gesprächsabenden, Konfirmandenunterricht und Jugendstunden will sie sich um mehr Aktivitäten für junge Familien bemühen.


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Autor: BRIGITTE SCHEIFFELE | 07.02.2012

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