Überall wuselt es
Die gewohnte sonntägliche Ruhe in Nellingen gabs beim Tag der offenen Betriebe nicht. Im Ortskern wuselte es ebenso wie im Gewerbegebiet.
Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE |Am Tag der offenen Betriebe schien das Nellinger Gewerbegebiet dem Ortskern den Rang abgelaufen zu haben. Dort, wo sonst kaum Passanten anzutreffen sind, wussten Autofahrer am Sonntag kaum, wie ihnen ausweichen. Die meisten im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmer hatten ihre Tore geöffnet, manche beherbergten weitere Aussteller in ihren Hallen. Die zahlreichen Besucher kamen per pedes, mit dem Fahrrad oder dem Shuttlebus, der die im ganzen Ort verstreuten Ausstellungs- und Verkaufsstandorte ununterbrochen ansteuerte. Doch nicht nur Firmeninfos waren es, was die Leute interessierte, die einzelnen Betriebe haben sich kreativ gezeigt, um den Gästen ein attraktives Rahmenprogramm zu bieten. Da gab es Musik des Harmonika-Clubs, Kinder sausten lautlos in Elektroautos über einen Parcours und allenthalben sorgte reichliche Bewirtung für eine gemütliche Stimmung.
Freilich war es im Ortskern nicht leer, allerdings waren die Entfernungen zwischen den Ausstell- und Verkaufsstationen größer und die Leute verteilten sich mehr. Ein fest anvisiertes Ziel war das Festzelt beim Sportplatz, wo sich allein 14 Betriebe präsentierten. Die Aussteller waren alle zufrieden. Thomas Fink vom gleichnamigen Stuckateurbetrieb freute sich besonders über den Zulauf aus Nachbargemeinden, wie Merklingen, Laichingen, Machtolsheim. "Ich habe sogar Leute aus Aufhausen gesehen." Das war auch für Rainer Nusser ( Zerspantechnik) ein positiver Aspekt: "Es gibt immer wieder Besucher, die nicht wissen, in welch vielfältigen Bereichen wir tätig sind. Als Ausbildungsbetrieb ist das hier für mich genau die richtige Plattform." Seinen Betrieb im Gewerbegebiet zu öffnen, erschien dem "verwurzelten Nellinger" wegen der vielen Gefahrenquellen aber zu gefährlich, weshalb er sich - zum ersten Mal beim Tag der offenen Betriebe - im Zelt präsentierte. Den ganzen Tag über Remmidemmi war beim Zimmermannsbetrieb Windmüller. Dort wurde mehrfach am Tag mit allen seinen Leuten in Zimmermannstracht ein Dachstuhl zusammengebaut und zur Freude der zahlreichen Zuschauer sangen die Zunftsleute auch noch. Dazu konnten Kinder beim Stelzenbauen erste Erfahrungen mit dem Arbeitsmaterial Holz machen oder einfach ihre Kräfte in den "Lukas" hauen.
Auch zum Rathaus strebten die Besucher; dort lockte eine Bilderausstellung über die Entwicklung des Orts von Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu den innovativen Plänen der Gemeinde. Nicht minder besucht waren die Verkaufsflächen im Dorf, wie beim Landgasthof Krone, wo der neue Highland Whisky eingeweiht wurde und die frischgebackene Destillatkönigin Carmen Armbruster charmant in die Geheimnisse der Obstbrennerei einwies. Die Passanten strebten bis in die letzten Winkel des Dorfes, bis zu Elektro-Hirschle mit dem Kreativland und zum Landwirtschaftshandel BayWa. Am Ende fanden sich viele im Festzelt zur Verlosung des Preisausschreibens und der Vergabe des Ehrenpreises wieder. Der Musikverein Nellingen ließ den Tag munter ausklingen.




