Sparkasse Ulm saniert Altbau und baut neu Im Zentrum tut sich bald wieder etwas
Ulm. 40 bis 50 Millionen Euro nimmt die Sparkasse Ulm in die Hand. Damit saniert sie ihr Stammhaus Neue Straße 66 und baut direkt daneben ein neues Haus.
"Eine Sparkasse gehört in die Mitte." Mit dieser Ansicht konnten sich Sparkassenchef Manfred Oster und seine Vorstandskollegen Guido Steeb und Wolfgang Hach im Verwaltungsrat durchsetzen. Das bedeutet: räumliche Konzentration aller Geschäftsfelder auf die Neue Straße, wo als Hausnummer 66 das Stammhaus firmiert und die Sparkasse außerdem im repräsentativen Gebäude Neue Mitte residiert.
Jetzt, zwei Jahre nach einem Architektenwettbewerb, kommt ein weiterer Neubau. Basis wird der 2008 mit dem ersten Preis ausgezeichnete Vorschlag des Stuttgarter Büros Lederer, Ragnasdóttir, Oei sein. Gestalterische Details, wie etwa die Durchlässigkeit zwischen Altbau und Neubau vom Weinhof Richtung Neuer Bau, müssen noch geklärt werden; diesem Zweck dient ein erstes Spitzengespräch in den nächsten Tagen bei Baubürgermeister Alexander Wetzig.
Dazu aber noch weit mehr an Sparkassen-Bauaktivitäten: Parallel zum Neubau, der wiederum parallel zum Neubau der Synagoge am Weinhof im rückwärtigen Bereich der Sparkasse laufen soll, wird auch das alte Sparkassen-Gebäude saniert und durchgreifend modernisiert. Es wird im August 2011 komplett geräumt; die Bankgeschäfte sollen dann übergangsweise ins leer stehende Jung-Gebäude (Ecke Neue Straße/Kramgasse) verlagert werden (siehe Info-Kasten).
Der Verwaltungsrat der Sparkasse hat mittlerweile auch die Strategie abgesegnet, alles auf einmal anzugehen und beide großen Bauprojekte in einem Aufwasch durchzuziehen. Dazu habe man sich entschlossen, weil ursprüngliche Absichten sich zerschlagen hätten, sagte Oster. Erst war nämlich vorgesehen, den Neubau hinzustellen und dort dann die provisorischen Räume für die im Altbau Beschäftigten einzurichten. Dann jedoch habe sich der Altbau Wort gemeldet, indem dort unter anderem die Lüftung ihren Geist aufgegeben habe. Oster: "Das alte Gebäude hat uns müde angelächelt und gesagt: Ich müsste doch zuerst dran sein."
Die Sparkasse rechnet mit einem Investitionsvolumen von 40 bis 50 Millionen Euro; die Sanierung des Altbaus dürfte um die 20 Millionen Euro verschlingen, der Neubau ist in ersten Kostenschätzungen mit 25 Millionen Euro prognostiziert und projektiert. Ein geringer Millionenbetrag dürfte dadurch eingespielt werden, dass im Sinne der Konzentration aller Geschäftstätigkeiten in der Ulmer Mitte der bisherige Standort Schiller-/Hauffstraße aufgegeben und verkauft wird.
An diesem Gebäude ist das Alb-Donau-Landratsamt interessiert. Es klagt über Raumnöte und mahnt Flächenbedarf an.
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Autor: HANS-ULI THIERER | 30.07.2010
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