NACHGEFRAGT: Radar hält Rotor für eine Wolke
Der Deutsche Wetterdienst will Beschränkungen beim Bau neuer Windkraftanlagen. Wir haben dazu Pressesprecher Gerhard Lux befragt:
GZ: Herr Lux, in der Nähe der Wetterradarstation bei Türkheim existieren bereits Windkraftanlagen. Müssten diese abgerissen werden?
GERHARD LUX: Nein. Bestehende Anlagen haben Bestandsschutz.
Aber diese Anlagen müssten der Radarstation doch Probleme machen.
Klar, schön ist das natürlich nicht für uns. Die Radarstandorte in Deutschland haben große Probleme mit solchen Windenergieanlagen im unmittelbaren Bereich. Deren Rotorblätter können dazu führen, dass der Radar diese als umfangreiche Regenwolke wahrnimmt. Mit einer speziellen Software können wir das noch herausrechnen, aber nur bei maximal drei bis vier Anlagen. Gut ist das nicht. Deshalb gilt auch die internationale Empfehlung vom 15-Kilometer-Abstand.
Könnte man eine Messstation "verpflanzen"?
Theoretisch kann man das. Aber das würde soviel wie ein Neubau kosten, und zwar bis zu einer Million Euro. Die Planung würde fünf bis acht Jahre dauern. Solange hätten wir dann ein Lücke im Netz unserer mittlerweile 17 in ganz Deutschland verteilten Standorte. Es ist nicht einfach, geeignete Standorte für Wetterradaranlagen zu finden: Es dürfen sich keine Industrieanlagen mit hohen Schornsteinen in der Nähe befinden und es sollte eine Kuppe sein. Kamm-Anlagen sind aber umstritten, weil sie von beiden Seiten des Kamms gesehen werden können. Da sagen die Leute: ,Sowas Hässliches verschandelt unseren Horizont. Es ist immer eine zwiespältige Geschichte, bei der man abwägen muss. Der 15-Kilometer-Radius ist aus unserer Sicht ein guter Kompromiss.
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Autor: ISA | 04.02.2012
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